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Was administrativ Verwahrte in Bellechasse zu sagen gehabt hätten
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 28.05.2019.
abspielen. Laufzeit 02:47 Minuten.
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Gefängnis im Kanton Freiburg Die unterdrückten Stimmen von Bellechasse

Ein Buch gibt Menschen eine Stimme, die bis in die 80er-Jahre administrativ versorgt wurden. Viele davon in Bellechasse.

Männer, die zu viel Alkohol tranken, Frauen, die ein uneheliches Kind hatten: Noch bis 1981 wurden in der Schweiz Zehntausende von ihnen weggesperrt – verwahrt in Erziehungsanstalten oder im Gefängnis.

Eine alte Fotografie eines Hauses.
Legende: Der «Arbeitshof für Trinker» Tannenhof in Bellechasse um 1948. ZVG/Staatsarchiv Freiburg

Viele davon leben nicht mehr. Doch sie haben schriftliche Spuren hinterlassen: Ihre Lebensgeschichten finden sich in Verhörprotokollen oder in Briefen, die in den Archivdossiers aufbewahrt werden. Briefe, die von der Gefängnisleitung abgefangen und daher niemals abgeschickt wurden.

Um den Verwahrten doch noch eine Stimme zu geben, hat die «Unabhängige Expertenkommission Administrative Versorgungen» ein Buch in mehreren Bänden herausgegeben. Viele Dokumente dazu fand die Kommission in der Freiburger Strafanstalt Bellechasse.

Die analysierten Dokumente verdeutlichen die Sorge der betroffenen Personen um den körperlichen Verfall: In vielen Briefen wurden Beschwerden wegen gesundheitlicher Probleme oder mangelnder medizinischer Versorgung geäussert.

Die Arbeitsbedingungen waren in der Regel so schlecht, dass sie als zusätzliche Strafe neben der Inhaftierung empfunden wurden. Besonders belastete die Betroffenen die Unsicherheit über den Zeitpunkt ihrer Entlassung und die damit verunmöglichte Lebensplanung.

Internierte am Schaufeln.
Legende: Prekäre Arbeitsbedingungen: Internierte bei der Arbeit in Bellechasse 1938. ZVG/Staatsarchiv Freiburg

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