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Bern Freiburg Wallis Gesucht: «richtige» Simmentaler Kühe

Von den braungefleckten Simmentaler Kühen gibt es weltweit Millionen. Von den Reinrassigen aber nur noch ein paar hundert. Züchter wollen die letzten ihrer Art retten.

Kühe im Stall
Legende: 45 reinrassige Simmentaler Kühe leben auf dem Hof bei Allschwil. SRF

Die Simmentaler Kuh ist beliebt. Sie gehört zu den häufigsten Kuhrassen. Rund 50 Millionen Simmentaler grasen irgendwo auf der Welt.

Doch bei diesen Tieren handelt es sich nicht mehr um reinrassige Kühe mit Schweizer Vorfahren. Amerikanisches, deutsches oder holländisches Blut fliesst durch ihre Adern. Schade, meint Züchter Ruedi Mosimann. «Das Fleisch reinrassiger Simmentaler Kühe schmeckt einfach besser.» Besonders der typische nussige Geschmack gehe rasch verloren. Das Fleisch der Reinrassigen könne er besser und teurer verkaufen.

Porträt
Legende: Ruedi Mosimann mit Stier «Opal». SRF

Die Simmentaler Kuh ist eine typische Zweinutzungsrasse. Das heisst, sie ist eine Milch- wie auch eine Fleischlieferantin. Das soll so bleiben. Häufig wird die Simmentaler Kuh aber auf mehr Milchleistung hin gezüchtet. Das führt dazu, dass der Grundtyp der Simmentaler Kuh verloren geht. Das soll nun ändern.

«Edelweiss Simmentaler» ist der neue Name für die alte Rasse, die es schon seit über 500 Jahren in der Schweiz gibt. Zusammen mit Pro Specie Rara, der schweizerischen Organisation für die genetische Vielfalt der Tiere und Pflanzen, haben die Züchter nun eine Suchaktion gestartet. Drei Experten wurden ausgebildet. In den nächsten Wochen besuchen sie verschiedene Höfe und schauen, ob die Bauern reinrassige Simmentaler besitzen.

Das Ziel: Ein Register von echten Edelweiss Simmentaler Kühen. «Wir wollen zudem die Bauern animieren, mehr Simmentaler Kühe zu halten», sagte Mitinitiator Josef Grüter im «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. «Die Bauern sollen wieder auf Fleisch und Milchproduktion setzen. Das würde viel zum Überleben der echten Simmentaler Kuh beitragen.»

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Samuel Krähenbühl, Unterlangenegg
    Es stimmt zwar, dass ein Teil der Simmentaler-Population mit Red-Holstein-Genetik eingekreuzt wurde. Es stimmt aber nicht, dass die reinen Simmentaler-Kühe vom Aussterben bedroht sind. Im Geschäftsjahr 2011-2012 waren bei Swissherdbook 15'666 reine Simmentaler-Kühe registriert. Mit Jungvieh und Stieren waren es 25’619 Individuen. Diese Bestände sind seit Jahren stabil. Bei den erwähnten rund reinen Simmentaler-Herdebuchkühen wird nach wie vor Milch UND Fleisch als Zuchtziel angestrebt.
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  • Kommentar von Lucas Kunz, Sallneck
    Ein Besuch von Wikipedia lohnt sich ... da wird die SF Recherche noch fragwürdiger. Da seit den 60er Jahren gezielt Red Holstein eingekreuzt wurde und der CH Anteil an der weltweiten Simmentaler Population verschwindend klein ist, dürfte es in der CH keine reinrassigen Tiere mehr geben - das ist dann Definitionssache wie viele % andere Gene drin sein dürfen um als "reinrassig" zu gelten.
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  • Kommentar von Armin Bratschi, Fraubrunnen
    Wenn schon die Reinheit der Tiere wichtig sein soll, dann bitte mit Hörnern. Die sogenannt 'alpine Ausstralung' ist bei den enthörnten Tieren sicher auch gleich mitentfernt worden. Ohne Hörner ist es eher eine 'doofe Ausstralung'.
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