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Goldener Anker Interlaken «Wir suchten die Stars nicht, sie fanden uns»

Jeannette und René Sutter wirteten 40 Jahre im Anker. Die Beiz ist auch eine kulturelle Institution – und mehr.

Weltstars wie Shaggy, Jimmy Cliff und Edoardo Bennato spielten im Anker in Interlaken. Und die Schweizer Musikszene, von Hanery Amman und Polo Hofer über Züri West zu Stiller Has, Plüsch und vielen anderen.

Dass der Anker zum Kulturlokal mit internationaler Ausstrahlung wurde, dafür sind Jeannette und René Sutter verantwortlich. Sie haben die Beiz aber auch zum Zuhause für die unterschiedlichsten Menschen gemacht. Nun hören sie auf.

Jeannette und René Sutter

Jeannette und René Sutter

Wirtepaar im Goldenen Anker Interlaken

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Die beiden haben den Anker vor rund 40 Jahren von Jeannettes Vater Walter Amman übernommen. Sie haben aus der Büezerbeiz auch ein Kulturlokal gemacht. Jeannettes Bruder Hanery Amman sorgte für die Vernetzung mit der Schweizer Musikszene. Ende 2017 starb Hanery. Jeannette und René Sutter sagen, damals habe bei ihnen ein Ablösungsprozess vom Anker begonnen.

Nun übergeben Jeannette und René Sutter den Anker in jüngere Hände. Sie ist 64-jährig, er 67. Es sei Zeit aufzuhören, sagen sie.

SRF News: René Sutter, wir duzen uns – ist das Persönliche das Erfolgsrezept des Ankers?

René Sutter: Genau, es ist die Nähe zu den Leuten. Wir sind von den 68ern geprägt, in denen man über alles sprach und mit allen verkehrte.

Wie habt ihr es geschafft, dass internationale Stars hierher kamen?

Jeannette Sutter: Wer bei uns auftrat, war auf der Durchreise. Die erzählten das dann ihren Freunden, die daraufhin auch kommen wollten. Wir suchten sie nicht, sie fanden uns.

Welche Rolle spielte der Mundartrock, das Auftreten von Hanery Amman und Polo Hofer?

René Sutter: Wir waren die ersten, die solche Musik in einer Beiz spielen liessen. Damals waren alle Konzerte in Sälen, Aulas oder Turnhallen. Und ja, dank Hanery hatten wir Zugang zur Schweizer Musikszene.

Ihr habt verschiedenen Leuten eine Heimat geboten, habt betrunkene Jugendliche nach Hause gefahren oder Leute gratis essen lassen, wenn sie kein Geld hatten. Das kam nicht überall gut an.

Jeannette Sutter: Wir kümmerten uns halt auch um Randgruppen, Drogen waren ein grosses Thema damals. Ich setzte mich dafür ein, dass Abhängige Stellen bekommen, an die sie sich wenden können. Ein schwieriges Thema, ich habe auch die Kritiker verstanden. Aber es geht da um Menschlichkeit.

Jetzt hört ihr auf – wie ist das Loslassen für euch?

Jeannette Sutter: Wenn die Zeit da ist und man eine gewisse Müdigkeit verspürt, muss man sich das eingestehen. Es war eine lange und schöne Zeit und wir können gut abschliessen.

Und der Anker bleibt, was er ist?

Jeannette Sutter: Ja. Der ist so verankert – das hält längerfristig.

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