Kalter Winter Greifvögel füttern – nur mit viel Wissen

Wer frei lebende Greifvögel durch den Winter füttert, kann viel falsch machen und den Tieren schaden.

Mäusebussard in winterlichem Wald Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mäusebussarde sind wie andere Greifvögel an den Winter in hiesigen Breitengraden angepasst. Keystone

«Wegen Dauerfrost füttere ich die Mäusebussarde und Milane mit Schlachtabfällen aus der Metzgerei. Aus der Gegend haben sechs Mäusebussarde und zwei Milane die Futterstelle entdeckt und zanken sich mit Krähen und Elstern um die Beute.»

Dieses Mail eines SRF-Hörers erreichte unsere Redaktion diese Woche. Wir fragten die Leiterin der Wildstation Landshut in Utzenstorf nach ihrer Meinung dazu.

SRF News: Ist das Füttern von Greifvögeln gut für die Tiere?

Ulrike Cyrus, Fachtierärztin für Zoo-, Gehege- und Wildtiere: Grundsätzlich kann man mit der Winterfütterung Greifvögeln verhindern, dass einzelne Tiere sterben. Aber es gibt viele Dinge zu bedenken, wenn man das richtig machen möchte.

Was heisst ‹Es richtig machen›?

Am besten ist es, wenn man sich mit einem regionalen Natur- und Vogelschutzverein in Verbindung setzt und mit ihnen ein gemeinsames Vorgehen bespricht. Eine Frage ist auch, wo man die Tiere füttert, da muss der Grundeigentümer einbezogen werden.

Stichwort Futter: Was halten Sie von Innereien aus der Metzgerei für Greifvögel?

Innereien oder andere Fleischabfälle sind für Greifvögel schlecht verdaulich und darum nicht geeignet. Wenn, dann wäre rohes Muskelfleisch besser.

Was für Schäden kann man anrichten, wenn man es nicht richtig macht?

Ungeeignetes Futter kann den Tieren definitiv schaden, auch gefrorenes Fleisch ist für sie schädlich und es sollte auch nicht auf dem Boden liegen. Kommt hinzu, dass bei Futterstellen verschiedene Tiere zusammenkommen, die sich in der Natur sonst nicht so nah begegnen. Das führt für sie zu Stress und Krankheiten können sich an solchen Orten leichter übertragen.

Kann man der Natur vertrauen und die Vögel sich selber überlassen?

Die Wildtiere sind im Grunde genommen sehr gut an den Winter angepasst. Diejenigen, die hier bleiben, haben ein entsprechend dickes Daunengefieder, andere treten eine sogenannte Winterflucht oder Schneeflucht an und weichen kurzfristig in wärmere Gebiete aus.

Was raten Sie Leuten, die keine Greifvögel, aber Singvögel in ihrem Garten füttern?

Vor allem sollen keine Essensreste gefüttert werden. Keine gewürzten und gesalzenen Speisen, sondern für die jeweilige Tierart geeignetes Futter.