Grosser Entwicklungsschritt für die Nanotechnologie

Die Forscher am Adolphe Merkle Institut für Nanotechnologie in Freiburg forschen an neuen Materialien. Zum Beispiel Kunststoff, der je nach Lage Form und Farbe ändert. Die 80 Angestellten haben nun neue Räume in der ehemaligen Klinik Garcia bezogen.

Vor acht Jahren hat der Freiburger Industrielle Adolphe Merkle der Universität Freiburg 100 Millionen Franken geschenkt. Damit sollte ein Institut für Nanotechnologie und Materialwissenschaften aufgebaut werden. Ein Stiftungsrat finanziert das Institut und spricht bei Entscheidungen mit. Freiburg musste deshalb eigens sein Universitätsreglement anpassen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich das Adolphe Merkle Institut bereits gut etabliert.

Mittlerweile arbeiten über 80 Personen am Institut. Das Jahresbudget beträgt rund 8 Millionen Franken. «Zwei Drittel finanzieren wir dank Geldern aus dem Nationalfonds, von der EU und der Industrie», sagt Direktor Christoph Weder. Damit garantiere man Nachhaltigkeit. Der neue Standort sei ideal. Er befindet sich in der Nähe der anderen naturwissenschaftlichen Institute. «Damit ist der Austausch unter den Forschern einfacher».

Nanopartikel als Holzschutz

Zerlegt man einen Goldbarren in seine kleinsten Teile, verändert er seine Farbe. Das ist das Prinzip der Nanotechnologie. Kleinste Teile so zusammenfügen, dass sie neue Eigenschaften entwickeln. Doktorand Christoph Geers versucht, dank Nanopartikeln ein Imprägniermittel für Holz herzustellen. «Eines, das viel wirksamer ist als alle bisherigen Mittel». Der Physiker Bodo Wilts hingegen will von Schmetterlingen lernen. Deren Schuppen verändern je nach Licht ihre Farbe. «Wenn ich das Prinzip verstehe, kann ich mit Nanopartikeln diesen Effekt nachbauen». Damit könne man zum Beispiel Banknoten fälschungssicher machen. So wie zum Beispiel den 10-Euroschein. «Hält man ihn anders, wechselt er die Farbe».