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Grounding von Skywork Martin Inäbnit: «Bern ist ein schwieriges Pflaster»

Der Chef der in Konkurs gegangenen Berner Airline hat sich erstmals öffentlich zum Aus des Unternehmens geäussert.

Martin Inäbnit gestikuliert.
Legende: «Ich will niemandem einen Vorwurf machen – aber Bern-Belp ist ein schwieriges Pflaster»: Martin Inäbnit. Keystone

Martin Inäbnit bedauerte sehr, dass Skywork den Betrieb in Lugano nicht aufnehmen konnte. Lugano hätte Skywork nicht gerettet, aber einen grossen Schritt vorwärts gebracht, betonte Inäbnit vor den Medien in Belp.

Im Tessin habe man erkannt, dass nur ein Modell mit auf mehrere Partner verteilte Risiken funktionieren könne. Im Kanton Bern sei diese Einsicht noch weit weg. Skywork habe dazu beigetragen, dass die Flughafen Bern AG schwarze Zahlen schreibe. Aber der Flughafen habe kein Risiko übernehmen wollen, damit es der Airline gut geht.

Zeitfracht sprang ab

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Inäbnit umriss auch die zahlreichen Verhandlungen, die eine Lösung hätten herbeiführen sollen. Im Gespräch war Inäbnit unter anderem mit der deutschen Firma Zeitfracht. Im Falle einer Übernahme durch Zeitfracht hätte laut Inäbnit eine Zusage für eine Zwischenfinanzierung von dritter Seite bestanden. Doch letztlich sah auch Zeitfracht am 27. August von einer Übernahme ab.

Er wolle niemandem einen Vorwurf machen, betonte Inäbnit, aber Bern-Belp sei ein schwieriges Pflaster. Der Skywork-Chef rechnete vor, dass die Geldgeber von Skywork seit 2014 jedes einzelne ab Bern verkauft Ticket «massiv sponserten». Und so sei dem Unternehmen «die Zeit davongelaufen».

Skywork war vor knapp einem Jahr in finanzielle Schieflage geraten. Im Oktober 2017 mussten die Flugzeuge drei Tage lang am Boden bleiben. Dann gelang es Skywork, beim Bund den verlangten Finanzierungsnachweis für den künftigen Betrieb zu erbringen. Wie dieser zustande kam, blieb unbekannt.

Das Aus nach 35 Jahren

Skywork war 1983 gegründet worden. Es bot zunächst Lufttaxi- und Charterflüge an. Die Airline bot zuletzt aus der Schweiz Linienflüge in Nachbarländer und Feriendestinationen an.

Angebote nach dem Grounding, die Skywork wieder zum Fliegen zu bringen, hält Martin Inäbnit als unrealistisch. Dazu sei ein Angebot «nicht seriös» gewesen. Er wehrt sich auch gegen den Vorwurf, er habe die Rettung von Skywork verhindert, weil er nicht Macht abgeben wolle. Das sei «völliger Blödsinn», begründet Inäbnit im Gespräch.

Legende: Video Grounding von «Skywork» abspielen. Laufzeit 02:47 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 14.09.2018.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Lily Baumann (Medinilla)
    Dieser alte Mann kann einem irgendwie leid tun. Er hätte das Geld viel gescheiter MSF (Ärzte ohne Grenzen) gespendet, als Millionen für nichts und wieder nichts in den Sand zu setzen.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Bern ist nicht ein schwieriges Pflaster, sondern dieser Flughafen ist völlig überflüssig. Wir kommen mit dem Zug in etwas mehr als einer Stunde nach Zürich, Basel oder Genf. Wenn wir von Thun auf den Flughafen Bern wollen dauert das auch eine halbe Stunde und der Parkplatz kostet auch noch, denn die meisten fahren da mit dem Auto hin.Warum diskutieren wir so oft über völlig überflüssige Dinge in der Schweiz. "Wir könnten ja die Schweiz unterkellern, dann wäre jeder mit jedem +allem verbunden".
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