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Häusliche Gewalt im Wallis «Nicht einmal den Haushalt kriegst du hin, du Schlampe»

Der Kanton Wallis lanciert eine Präventionskampagne gegen häusliche Gewalt – mit provokanten Plakaten.

Ein Plakat.
Legende: «Brechen Sie das Schweigen» – mit Plakaten wie diesem will der Kanton Wallis auf das Thema aufmerksam machen. ZVG

Die Sensibilisierungs- und Präventionskampagne wird anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen lanciert, welcher am 25. November ist. Es ist die erste Kampagne dieser Art im Wallis.

Ziel sei es, das Schweigen der Opfer zu brechen, sagte Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten vor den Medien. Die Dunkelziffer sei immer noch immens hoch, obwohl sich Opfer heute öfter melden würden als früher.

Polizisten werden neu geschult

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Seit dem 1. Januar 2017 ist ein neues kantonales Gesetz betreffend häuslicher Gewalt in Kraft. Aufgrund dieses Gesetzes absolvierten 528 Polizistinnen und Polizisten der Kantonspolizei und verschiedener Gemeindepolizeikorps eine neue Ausbildung, wie sie sich bei häuslicher Gewalt verhalten sollen. Bis Ende 2018 werden weitere 202 Polizisten einen Kurs besuchen, welcher sich auf die Betreuung der Opfer und auf die Vorgehensweise bei häuslicher Gewalt konzentriert.

2017 hat die Polizei im Kanton Wallis 469 Anzeigen wegen häuslicher Gewalt erhalten. Die Opferhilfe-Beratungsstellen ihrerseits haben 513 neue Opfer erfasst. In 72 Prozent der Fälle 2017 war eine Frau von Gewalt betroffen, in 28 Prozent ein Mann.

«Mein Lieber, du bist nichts und kannst nichts»

Die Kampagne will bewusst provozieren. Auf Plakaten sind Models zu sehen, welche T-Shirts tragen mit Aufschriften wie «Nicht einmal den Haushalt kriegst du hin, du Schlampe» oder «Mein Lieber, du bist nichts und kannst nichts».

Eines der Plakate.
Legende: ZVG

Dieser Gegensatz soll laut dem Kanton dazu führen, dass sich Betroffene in ihrer Beziehung fragen können: «Ist das, was ich erlebe, Gewalt?» Ausserdem soll die Kampagne Täterinnen und Täter sowie Opfer dazu auffordern, Hilfe zu suchen.

Inserate, Plakate, Social Media

Die Kampagne ist ein Projekt des kantonalen Amts für Gleichstellung und Familie KAGF – in Zusammenarbeit mit den Opferberatungsstellen und der Polizei. Sie wird vom 26. November bis 9. Dezember in den sozialen Netzwerken, auf Plakaten und in den Medien publiziert.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Uebrigens, statt Streiten gibt es ein probates Mittel, chiflen, chiflen und nochmals chiflen...und immer im Anschluss das gemeinsame wissende Laecheln oder Lachen...
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Am Arbeitplatz gemobt, mit dem Leben unzufrieen, sich selbst verachtend... da ist der Ehepartner gerade recht den Frust abzubaun... da ist Mann/Frau stark... und kann sich "ausleben".. Das so eine Erklaerung... oder wenigstens ein Versuch dazu. Mir tun beie Seiten leid!
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Vor der Rueckholung der Frauen an und unter die Werkbaenke und Schreibtische der Galeeristen haette die Normalarbeitszeit fuer Mann und Frau um mindestens einen Drittel reduziert werden sollen. In der "normalen" Ehe arbeitet die Frau nur 50 Prozent, will aber - wenn ueberhaupt - nur noch 50 Prozent des Haushalts machen. Und der nach wie vor gleiche oder gar immer laengere Vollzeit verdienende Mann hat weder an Ausbildung noch Praxis als Hausmaedchen die geringste Lust.....
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