Sonntagsgast Hansjörg Schmid: «Konflikte helfen der Gesellschaft»

Porträt von Hansjörg Schmid. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hansjörg Schmid, Leiter des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft in Freiburg. Patrick Mülhauser/SRF

Hansjörg Schmid leitet seit zweieinhalb Jahren das «Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft». Das Zentrum in Freiburg soll das friedliche Zusammenleben zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen fördern. Der 45-Jährige ist in Süddeutschland aufgewachsen und hat katholische Theologie studiert.

Das Zentrum war lange umstritten. Eine SVP-Initiative wollte das «Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft» verhindern.

Hansjörg Schmid über…

  • …den Widerstand gegen das Zentrum: «Er zeigt, dass das Zentrum nötig ist. Konflikte helfen einer Gesellschaft, dass sie voran kommt. Letztes Jahr hat das Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft 25 Workshops in der ganzen Schweiz durchgeführt. Rund 450 Leute aus muslimischen Vereinen und Imame haben daran teilgenommen. Es ging um Themen wie die Seelsorge in Gefängnissen oder um Radikalisierung.»
  • …seine Arbeit als katholischer Theologe mit Muslimen: «Ich fühle mich ernst genommen. Meine Aufgabe ist es ja nicht, den Islam besser zu verstehen als die Muslime dies tun. Und ich habe schon lange grosses Interesse am Islam. Meine Mutter war in den 1980iger Jahre in der Flüchtlingshilfe tätig. Ich hatte so Kontakt zu Familien aus Palästina und dem Libanon.»
  • …das Leben mit seiner Familie in Freiburg: «Meine Kinder sind fast die einzigen in der Klasse, die zuhause nur eine Sprache sprechen. Die Vielfalt in Freiburg hat mich überrascht. Und ich habe als Deutscher in der Schweiz auch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)