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Die Berner Staatsarchivarin Barbara Studer: «Wir glaubten, das Dokument sei für immer und ewig verschwunden»
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Henzi-Verschwörung 1749 Geheimes Protokoll nach 200 Jahren aufgetaucht

Samuel Henzi plante einen Umsturz im Staate Bern und wurde dafür geköpft. Das Protokoll der Ereignisse war verschollen.

270 Jahre nach der Enthauptung von Samuel Henzi – dem Kopf der sogenannten «Henzi-Verschwörung» von 1749 in Bern – ist das geheime Protokoll der Berner Regierung wieder aufgetaucht. Das historisch bedeutende Dokument galt seit 200 Jahren als verschollen.

Der Kanton Bern vermeldete den Fund am Mittwoch. Das Staatsarchiv war anfangs Juni vom einem Historiker darauf aufmerksam gemacht worden, dass im Internet ein Manual zur «Henzi-Verschwörung» von 1749 aufgetaucht sei. Das Staatsarchiv konnte in der Folge den Besitzer des Bandes von der historischen Bedeutung überzeugen. Es komme «einer kleinen Sensation» gleich, dass der Band nun wieder ins Staatsarchiv zurückkehre, fast auf den Tag genau 270 Jahre nach der Enthauptung von Samuel Henzi.

Was Henzi und seine Mitstreiter wollten

Henzi war der intellektuelle Kopf einer Gruppe, welche die Vorherrschaft des regierenden Patriziats beenden wollte. Die Gruppe aus Handwerkern, Gewerbetreibenden und nicht regierenden Berner Burgerfamilien einte das Gefühl der Benachteiligung gegenüber den patrizischen Burgern, denen sie rein rechtlich gleichgestellt waren.

Für die damalige Zeit stellten sie revolutionäre Forderungen: eine Gemeindeversammlung als oberstes Organ, eine Amtszeitbeschränkung für vom Volk gewählte Magistrate, eine jährliche Abrechnung der Staatskasse sowie die Öffnung der Archive.

Nachdem die Gruppe nach ihrer zweiten Versammlung an die Obrigkeit verraten wurde, nahmen «junge und kräftige» Mitglieder des Kleinen und Grossen Rates die Verschwörer fest, schreibt das Berner Staatsarchiv. Am 16. Juli 1749 wurde über die drei Hauptpersonen – unter ihnen Samuel Henzi – das Todesurteil ausgesprochen, am nächsten Tag wurde es durch das Schwert vollzogen.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Moser  (AM)
    Gut gibts heute die Todesstrafe nicht mehr. Und auch fairere Verfahren. Manchmal wünsche ich mir aber schon, dass auch heute Strafverfahren etwas speditiver bearbeitet und Urteile umgesetzt werden, anstatt Jahrelang in der Mühlen der Justiz hin und her geschoben zu werden...
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  • Kommentar von Christian Mueller  (Christian Mueller)
    Im Gegensatz zu Willhelm Tell eine reale Figur mit wichtigen Forderungen. Willhelm Tell hat schlussendlich höchstens gegen die Habsburger (also heutige Aargauer) gekämpft ;-)
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