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Ohne Migration würde es die Schweiz nicht geben
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 06.11.2019.
abspielen. Laufzeit 07:00 Minuten.
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Historisches Museum Bern Wie viel Migration steckt in uns?

Migration hat viele Gesichter und eine lange Geschichte. Das Historische Museum Bern leuchtet sie aus.

«Homo migrans. Zwei Millionen Jahre unterwegs» heisst die neue Ausstellung des Hauses am Berner Helvetiaplatz. Sie dauert bis Ende Juni 2020.

«Die Ausstellung bietet einen historischen Hintergrund zu einem aktuellen und oft emotional diskutierten Thema», begründet Museumsdirektor Jakob Messerli die Wahl des Ausstellungsthemas. «Wenn wir nicht selbst aus- oder eingewandert sind, dann sind es – wenn wir in unseren Familiengeschichten nur weit genug zurückblicken – mit Sicherheit unsere Vorfahren.»

Schwerpunkt Schweiz

Das Historische Museum Bern spannt in seiner neuen Ausstellung den zeitlichen Bogen weit – von den ersten Menschen in Afrika vor vier Millionen Jahren über den Beginn ihrer Verbreitung über die ganze Welt vor rund zwei Millionen Jahren bis in die Gegenwart. Das Gebiet der heutigen Schweiz bildet in der Ausstellung einen inhaltlichen Schwerpunkt.

Die ersten Menschen erreichten während der Eiszeit die Schweiz. Davon zeugt in der Ausstellung ein Faustkeil aus Pratteln. Er gilt als ältester bisher gefundener Beweis menschlicher Präsenz in unserer Gegend.

Faustkeil in einer Glasvitrine.
Legende: Faustkeil von Pratteln Der berühmte Faustkeil von Pratteln gilt als der älteste bisher gefundene Beweis menschlicher Präsenz in der Schweiz (300’000 bis 120’000 v. Chr.). Historisches Museum Bern

Grosse Migrationsbewegungen lösten auch Glaubenskonflikte aus. Als Beispiel dafür wird der sogenannte «Hugenottenteppich» gezeigt. Die Tischtapisserie aus dem Berner Rathaussaal veranschaulicht die Geschichte der im 16. und 17. Jahrhundert in Massen in die Schweiz geflüchteten Hugenotten.

Der sogenannte «Hugenottenteppich» mit Berner Wappen.
Legende: «Hugenottenteppich» Seit Jahrzehnten erstmals wieder in einer Ausstellung zu sehen: der sogenannte «Hugenottenteppich», welcher die Geschichte der im 16. und 17. Jahrhundert aus Frankreich in die Schweiz geflüchteten Hugenotten veranschaulicht. Historisches Museum Bern

Viele der aus Frankreich stammenden protestantischen Flüchtlinge verfügten über gute Handwerks- und Kunsthandwerkskenntnisse, was die hiesige Wirtschaft und Kultur beflügelte.

Doch auch Schweizerinnen und Schweizer sahen sich im 19. Jahrhundert zur Auswanderung gezwungen. Davon zeugt das ausgestellte «Hungerbrötchen», aus den Hungerjahren 1816/17. Damals wurde das Brotmehl mit Holzspänen, Baumrinde oder Heublumen gestreckt.

Ein «Hungerbrötchen» in einer Glasvitrine.
Legende: «Hungerbrötchen» Das «Hungerbrötchen» steht sinnbildlich für die Wirtschafts- und Armutskrisen im 19. Jahrhundert. Hunger war ein alltäglicher Begleiter, und so wurde das Brotmehl mit Baumrinde, Holzspänen oder Heublumen gestreckt. Historisches Museum Bern

Rund eine halbe Million Menschen versuchte, den hiesigen Wirtschafts- und Armutsrisiken zu entkommen und ihr Auskommen anderswo zu finden.

Heute hat rund ein Drittel der Bevölkerung in der Schweiz einen Migrationshintergrund. Mehr als jede zehnte Person mit Schweizer Pass lebt als Teil der Fünften Schweiz im Ausland.

Ahnenforschung mit dem Wattestäbchen

Ahnenforschung hat die Menschheit immer umgetrieben. Mit den heutigen Möglichkeiten ist ein Markt für DNA-Selbsttests entstanden. Die wissenschaftliche Aussagekraft solcher Tests ist umstritten.

Im Rahmen der Ausstellung haben fünf Probandinnen und Probanden die Probe aufs Exempel gemacht. Die Ergebnisse werden in der Ausstellung thematisiert.

«Homo migrans. Zwei Millionen Jahr unterwegs»

Elf Themenbereiche mit über 200 Exponaten sowie Audio- und Videoinstallationen machen die vielfältigen Migrationsbewegungen, ihre Ursachen und Auswirkungen erlebbar. Die Ausstellung läuft vom 7. November 2019 bis am 28. Juni 2020.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    2tens... man kann natuerlich zurueckgehen bis dahin, wo die Pongiden (Voraffen) sich von den Hominiden abtrennen... so etwa 25 Mio Jahre.. oder dann zurueck die " Milliarden "Jahre bis zur Ursuppe...
    Haette gerne eine fundierte Meinung der Wissenschaftler gehoert ab WANN der Mensch definiert wird...
    fG Na
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    1. Antwort von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
      Liebe Ablehner, das kann man nachlesen...in Buechern, (wisst Ihr was das sind, Buecher??) und neuerdings auch Googeln...
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    «Homo migrans. Zwei Millionen Jahr unterwegs»
    Der homo sapiens ist nicht aelter als 80'000 Jahre, Der Steinzeitmensch 7'000 Jahre +/-.... Das erste von Menschen geschaffene Feuerstelle ist etwas weniger als 1'3mio Jahre alt, Radiomethode gemessen... in SA in einer Hoehle, den "Wonderwerkhoehlen" in Nordwest. Der Vormensch, (vor homo Sapiens) war der homo Naledi.. 100'000-200'000 Jahre ..So stelle ich die Frage an die Wissenden, woher sie die ganz oben erwaehnten 4Mio Jahre hernehmen..
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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Zweifellos haben Völker durch den Wissens- und Erfahrungsaustausch, der mit Migration verbunden war, profitiert. Aber ebenso sind Völker durch Migration verdrängt und Kulturen vernichtet worden. Migration kann nicht uneingeschränkt als gut oder schlecht bewertet werden. Es kommt auf die Beweggründe an und auf die Menge und in diesem Sinne darf man der gegenwärtigen Wanderbewegung Richtung Europa ohne weiteres kritisch gegenüber stehen - ohne gleich als Fremdenhasser abgetan zu werden.
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