Standortqualitäten HIV-Gemeinderating: Belp und Steffisburg sind an der Spitze

Belp und Steffisburg teilen sich die beste Bewertung im 5. Gemeinderating des bernischen Handels- und Industrievereins HIV. Der Wirtschaftsverband klassiert so seit 1998 im Vierjahrestakt die Standortqualitäten von zahlreichen Berner Gemeinden.

Alle vier Jahre giesst der bernische Handels- und Industrieverein (HIV) seine regionalen Gemeinde-Ratings in einen Gesamtbericht. Das ergibt seit 1998 ein Gesamtbild über die Standort-Qualitäten der Gemeinden.

Bewertet werden fünf Kriterien, nämlich «Steuern und Gebühren», «Verkehr und Parkieren», «Bauen/Reglemente/Flächen», «weiche Standortfaktoren» sowie «Umgebung und Lebensqualität».

In der 5. Auflage dieses kantonalen Gemeinde-Ratings holen sich in der Würdigung aller Faktoren die beiden früheren Top-Ten-Gemeinden Belp und Steffisburg nun den Spitzenplatz. Sie gewinnen knapp vor Rüdtligen-Alchenflüh und Burgdorf.

Am Schluss der Liste stehen Leuzingen und Orvin. Sonvilier aus dem Berner Jura mit noch ein paar Punkten weniger ist noch nicht vergleichbar, weil zum ersten Mal dabei im Rating.

Aufsteiger und Verlierer

Bei den Aufsteigern sticht die Seeländer Gemeinde Worben hervor. Sie hat im Vergleich zum Rating 2011 stolze 17 Punkte vorwärts gemacht, vor Pieterlen, Täuffelen-Gerolfingen und der Simmentaler Gemeinde Erlenbach.

Auf der Gegenseite haben Hasle bei Burgdorf, St.-Imier und Roggwil 7 bis 10 Punkte verloren. Eine Veränderung der Steueranlage, höhere Gebühren, weniger Parkplätze oder der Mangel an Arbeitsflächen kann dies bewirken.

Der Wettkampf unter den Gemeinden funktioniert

Der HIV bilanziert in seinem Gesamtbericht 2015, die Höchst- und Tiefstwerte seien relativ stabil. Allerdings bewege sich innerhalb dieser Bandbreite viel. Gut ein Viertel aller Gemeinden sind in der Spitzengruppe, in der zweitbesten Gruppe legen die Gemeinden zu. Dort werden allerdings die Unterschiede und die nicht ausgeschöpften Potenziale immer kleiner.

Gemeinderating-Publikationen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Aus den einzelnen regionalen HIV-Gemeinderatings gibt es alle vier Jahre eine gesamte Bewertung. zvg HIV

Es sei ein Trend zu immer höheren Gesamt-Ergebnissen abzulesen, so die HIV-Statistiker. Offensichtlich hat das HIV-Gemeinderating nach nahezu 20 Jahren einen gewissen Stellenwert, weil es die Gemeinden langfristig vergleichbar macht.

Beim Gesamt-Gemeinderating 2015 des bernischen HIV haben 99 Gemeinden mitgemacht, 17 weniger als 2011. Ein Grund dafür sind unter anderem die Fusionen.
Die 99 Gemeinden entsprechen etwa 28 Prozent aller bernischen Kommunen. Aber sie repräsentieren 72 Prozent der Kantonsbevölkerung und 75 Prozent aller Arbeitsstellen.