Hoffen und Zuversicht im Emmental

Ende Juli zog ein heftiges Unwetter über die Region Schangnau im Emmental. Besonders betroffen waren die Bauernhöfe der Familien Stettler und Graf. Auch heute, ein Monat nach dem Hochwasser, kämpfen die Familien mit den Folgen des Unwetters.

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Hoffnung und Zuversicht im Emmental

7:41 min, aus Schweiz aktuell vom 26.8.2014

«Das war die beste Wiese», sagt Annamarie Graf und blickt zusammen mit ihrer Tochter und dem Enkel über das Geröllfeld, das mehrere Hektaren bestes Kulturland unter sich begraben hat. Bis vor einem Monat grasten hier noch Kühe. Jetzt, nach dem Hochwasser, fehlt das Futter für die Kühe. Grafs sind angewiesen auf Futterlieferungen von anderern Bauernhöfen. «Die Solidarität ist gross. Da unser Stall zerstört wurde, konnten wir die Kühe unmittelbar nach dem Unwetter an Bauern im Dorf verteilen. Auch Futter haben wir bereits zugesichert bekommen», erzählt Annamarie Graf.

Improvisiert kochen und keine Heizung

Käthi Stettler kocht heute Kabis. Bis vor einem Monat war es Kabis aus dem eigenen Garten. Doch die Emme riess alles mit sich; Gemüse, Blumen, Bäume. «Deshalb haben wir kein eigenes Gemüse mehr. Freunde, Bekannte und auch Fremde schenken uns regelmässig Gemüse und andere Esswaren.» Gekocht wird bei Stettlers auf einem mobilen Kochherd, denn Küche und Wohnteil des Bauernhauses wurden auch vom Hochwasser zerstört. Böden, Isolationen, getäferte Wände - alles musste rausgerissen werden. Käthi Stettlers grösste Sorge betrifft die fehlende Heizung: «Ich hoffe, dass wir möglichst rasch mit den Bauarbeiten beginnen können, denn der Winter kommt bald.»

Scheune zum neuten Mal überflutet

Zwischen Stettlers Bauernhof und der Emme steht die Scheune. Zwei Meter hoch Stand das Wasser. Der Motor des Mist-Krans ist zerstört. «Das war das neunte Mal, dass das Wasser der Emme unsere Scheune flutete», erklärt Fritz Stettler. Nach dem Unwetter von Ende Juli macht die zuständige Versicherung Druck, dass Stettlers die Scheune an einer anderen Stelle platzieren. «Ansonsten kann es sein, dass sie die Maschinen nicht mehr versichern wollen», meint Fritz Stettler.