Hoffnungsschimmer für das Akutspital Zweisimmen?

Braucht es das Spital Zweisimmen für die stationäre Grundversorgung der Bevölkerung? Jetzt gibt der Gesundheitsdirektor eine erste, eher positive Antwort. Im westlichen Berner Oberland wartet man gespannt darauf, was sie wirklich bedeutet.

Noch ist offen, in welcher Form das Spital Zweisimmen als Aktuspital überlebt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Noch ist offen, in welcher Form das Spital Zweisimmen als Akutspital überlebt. STS

Die Region Obersimmental-Saanenland kämpft vehement um das Akutspital Zweisimmen - erst recht, nachdem das Spital Saanen im Herbst 2012 geschlossen wurde. Deshalb läuft seit Monaten ein Pilotprojekt. Es soll Fakten und Kriterien liefern, unter welchen Umständen ein Landspital für die stationäre Grundversorgung der Bevölkerung nötig ist. Der Versuch wird in anderen Landesteilen mit Aufmerksamkeit beobachtet.

Jetzt hat sich der Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud festgelegt. So jedenfalls interpretiert die Spitalgruppe Simmental-Thun-Saanenland STS und die Bergregion Simmental/Saanenland das Ergebnis einer Sitzung mit dem Regierungsrat. Das Spital Zweisimmen sei versorgungsnotwendig - sofern man bei den Kriterien auch noch einen 50-Kilometer-Radius für die Erreichbarkeit eines Spitals berücksichtige.

Ein Hoffnungsschimmer mit vielen Wenn und Aber...

Ob der Gesamtregierungsrat die Sichtweise ihres Kollegen teilt, will er noch vor den Sommerferien entscheiden.

Sicher ist aber, dass ein künftiges Spital Zweisimmen redimensioniert werden müsste und sicher nicht mehr die gleiche medizinische Leistung wie bisher anbieten könnte. Völlig offen ist zudem, ob der Kanton willens und in der Lage ist, regional- und versorgungspolitische Mehrkosten zu übernehmen. Beides müsste geklärt werden in einem Leistungsauftrag und im neuen Spitalversorgungsgesetz, das nach einigen politischen Wirren wieder ins Kantonsparlament kommt.