Hotel-Tourismus im Juli: Zwiespältige Statistik

Die Schweizer Hotellerie verzeichnet im Juli 2016 einen kleinen Rückgang der Logiernächte. Nicht so im Berner Oberland. Die arabischen Gäste scheinen einmal mehr den Sommer zu retten.

Arabische Gäste in Interlaken Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Arabische Gäste in Interlaken - sie sorgen für gute Logiernächtezahlen im Berner Oberland. Christian Strübin/SRF

Im Juli haben in der ganzen Schweiz 0,4 Prozent weniger Gäste in Hotels übernachtet. Die Zunahme schweizerischer Gäste konnte den Rückgang der ausländischen Kunden nicht ganz kompensieren.

Dieses Bild mitten aus der Sommer-Hauptsaison stimmt für den Tourismuskanton Wallis mit einem Minus von 2,2 Prozent, verglichen mit dem Juli 2015. Der Kanton Bern trotzt dem Rückgang und weist ein winziges Wachstum von 0,1 Prozent aus, die Tourismusdestination Freiburg sogar ein Plus von 1,1 Prozent. Allerdings genügen dafür 566 verkaufte Hotelbetten. Der Kanton Bern bräuchte dafür zehn Mal mehr.

Bei der Herkunft der Gäste ist der ungebrochene Zuwachs von Kunden aus den arabischen Golfstaaten (+15,6 Prozent) augenfällig. Dazu haben die Araber den Rekord der Aufenthaltsdauer. Sie bleiben länger als jede andere Gästekategorie.

Zudem kommen mehr Touristen aus den USA. Die Nachfrage aus Asien, da vor allem aus China und Japan ist rückläufig, ebenso die Nachfrage aus Europa. Die Deutschen, nach wie vor die grösste europäische Gäste-Kategorie, ist um 3,6 Prozent eingebrochen, das sind rund 13'000 Gäste weniger als im Juli 2015.

Die Bilanz nach Regionen...

Arabische Gäste scheinen denn auch dem Berner Oberland ein Juli-Wachstum von 0,5 Prozent zu bescheren. Zugelegt hat auch die Destination Jura-Berner Seeland mit 2,9 Prozent. Die Region Bern verzeichnet einen Rückgang um 0,8 Prozent. In Freiburg, Region Bern oder im Seeland sorgen allerdings ein paar wenige hundert Logiernächte dafür, dass die Statistik positiv oder negativ wird. Ein Grossanlass kann dafür genügen.

... und über sieben Monate gerechnet

Aussagekräftiger als eine Monatsstatistik sind die Werte von Januar bis Juli 2016. Da verlieren Kanton Bern zwei Prozent, der Kanton Wallis 3,4 Prozent und der Kanton Freiburg 1,3 Prozent. Rückläufig auch die Zahlen im Berner Oberland, an den Jura-Seen und in der Region Freiburg. Über sieben Monate gerechnet wächst in den Kantonen Bern, Freiburg und Wallis nur die Region Bern. Sie ist auch die einzige Destination in diesem Einzugsgebiet, die das kleine Wachstum 2014/2015 ins neue Jahr 2015/2016 hinüberretten konnte.