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Bern Freiburg Wallis Hunderte demonstrieren in Bern gegen Mediamarkt

Mehrere hundert Aktivisten haben am Donnerstagabend auf dem Berner Bahnhofplatz ihren Unmut über die Umnutzung der Markthalle zum Ausdruck gebracht. Wo einst Bars und Restaurants lockten, ist nun der Elektronikhändler Media Markt zuhause. Die Aktivisten warfen die Fensterfront des Geschäfts ein.

Legende: Video Ausschreitungen in Bern abspielen. Laufzeit 03:05 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 27.03.2015.

Kurz nach 18 Uhr sperrte die Filiale die Ein- und Ausgänge zu, nachdem sich unter dem Baldachin auf dem Bahnhofplatz mehrere hundert Aktivisten und Jugendliche versammelt hatten. Diese zogen schliesslich über den Platz und warfen Elektronikschrott, Eier und andere Gegenstände gegen die Schaufenster. Scheiben gingen zu Bruch.

Elektroschrott und Scherben.
Legende: Ein Bild der Zerstörung nach der Demonstration. Christian Liechti/SRF

Die Polizei liess die Aktivisten etwa eine Stunde lang gewähren. Dann versuchte sie die Kundgebung aufzulösen, indem Polizisten in Kampfmontur die Demonstrierenden vom Geschäft wegtrieben. Anschliessend kam es zu Scharmützeln rund um den Bahnhof.

In der neuen Filiale am Berner Bahnhofplatz waren mehrere hundert Kunden eingeschlossen. Sie konnten das Geschäft länger weder über den Vorder- noch über den Hintereingang verlassen. Die Stimmung unter den Kunden sei ruhig gewesen, erzählte eine Frau beim Verlassen des Geschäfts.

Tausende Passanten

Die Demonstration fand kurz nach Feierabend statt, in der Stadt Bern war Abendverkauf. Entsprechend gross war die Zahl der Passanten und der Schaulustigen auf dem Berner Bahnhofplatz.

Trams und Busse konnten bis zirka 19.30 Uhr den Bahnhofplatz nur schwer oder überhaupt nicht passieren. Die Kantonspolizei Bern verhaftete am Rande der Demonstration fünf Personen. Ein Passant wurde von einer Flasche am Kopf getroffen und musste ins Spital gebracht werden.

Menschen.
Legende: Mehrere hundert Aktivisten und Mitläufer demonstrierten gegen die neue Filiale. Christian Liechti/SRF

Die Berner Markthalle war seit Mai 2013 geschlossen. Zuvor war sie den Bernern als Gastrohalle mit elf Restaurants und vier Bars ans Herz gewachsen. Doch diese Nutzung habe nie rentiert, machten die Eigentümer 2013 geltend und kündigten allen Mietern.

Anschliessend wurde die Halle saniert. Schon als der Media Markt als neuer Mieter genannt wurde, gab es Kritik aus der Bevölkerung. Gewerbe und Gastronomie hätten immer weniger Platz in der Innenstadt, hiess es.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von juj eliwa, bern
    manchmal bedarf es nunmal radikalen Mitteln. immerhin hatte dies nationale Ausstrahlung. könnte ev. abschreckend wirken. v.a wenn solche Vorfälle sich mehren erhoffe ich mir, dass sich Konzerne zwei mal überlegen ob sie den standortfucktor bern wählen möchten.
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  • Kommentar von P. Brügger, Bern
    So sehr ich bedaure, dass die Markthalle durch einen weiteren Elektroschrott-produzierenden Grosskonzern ersetzt wurde und Bern's Kultur ein weiteres Stückchen ärmer wurde, so wenig verstehe ich, dass man dagegen nicht friedlich protestieren kann.
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  • Kommentar von Christian Strickler, Zürich
    AKTIVISTEN?!? Das sind Terroristen! Dieser unkontrollierbare Mob hat die Menschen im Laden terrorisiert, Verwüstungen angerichtet und bewusst in Kauf genommen, dass Menschen verletzt werden! (Was ja ich passiert ist!) Die Polizei liess sie eine Stunde gewähren? Das sagt eigentlich schon alles über die Politik der Stadt Bern aus! Hört doch endlich mal damit auf, diesen Links-Terrorismus schön zu reden und fangt an, das Kind beim Namen zu nennen! So etwas hat in einer Demokratie nichts zu suchen!
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    1. Antwort von Adrian Flükiger, Bern
      Ach Strickler, was regen Sie sich wegen Mediamarkt und dem Vermieter der Markthalle auf... völlig unnötig! Die Berner Polizei wurde halt auf dem schlafenden Fuss erwischt, war gerade Zeit sich zu verpflegen, danach wurde dem Spuk ein Ende bereitet. Terrorismus ist das noch lange nicht, Terrorismus ist es viel mehr, wenn uns Media und andere Märkte stets mit ihren Weisheiten vollstopfen wollen!
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