«Ich habe keine einzige Auszeichnung selber gewonnen»

Bernhard Tanner hat 27 Jahre lang die Gastronomie des Berner Inselspitals geleitet. Er hat es so gut gemacht, dass sein Arbeitgeber sagt, er sei der Spitalgastronom der Schweiz. Tanner selber gibt die Blumen an seine 360 Mitarbeitenden weiter.

Bernhard Tanner mit Koch-Kollege in der Küche des Radiostudios.  Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bernhard Tanner (links) in der Küche des Radiostudios Bern. SRF

«Der neue Tanner heisst Meier», teilt das Berner Inselspital mit. Das deutet darauf hin, dass Tanner ein verdienstvoller Mitarbeiter des Berner Universitätsspitals ist. Tatsächlich hat Bernhard Tanner seit 1987 die Gastronomie des Inselspitals geleitet und in dieser Zeit mit seinen Teams über 20 Medaillen gewonnen. Nicht verwunderlich deshalb, würdigt ihn sein Vorgesetzter, Franz Bieri, als «visionären Spitalgastronomen». Mehr noch: Er sei der Spitalgastronom der Schweiz schlechthin.

«  Die Spitalwelt war eine spannende Herausforderung für einen Gastronomen. »

Bernhard Tanner
Spitalgastronom

Der 63-jährige Bernhard Tanner erzählt im Gespräch, er selber habe keinen einzigen Preis gewonnen: «Ich habe die Teams aber immer sehr unterstützt, weil jede Auszeichnung Marketing ist für unseren Betrieb.» So habe die Gastronomie des Inselspitals stets gute Lehrlinge und motiviertes Personal rekrutieren können.

Tanner bildete sich nach einer Kochlehre sogleich weiter in Richtung Ökonomie und Hotel-Management und arbeitete unter anderem für Mövenpick, bevor es ihn zur Spitalgastronomie zog: «Die Spitalwelt war damals eine spannende Herausforderung und auch etwas Neues für einen Gastronomen.»

Bei Patienten und Personal hat die Inselverpflegung durchaus einen guten Ruf, besonders wenn man bedenkt, dass sie pro Tag mehrere tausend Essen herstellt.

«  Ich habe immer die Augen offen. »

Bernhard Tanner
Spitalgastronom

Dennoch will Bernhard Tanner nicht von einem Kunststück reden, das er und sein Team täglich schaffen: «Meine Lebensphilosophie war immer nach vorne schauen, fragen, was als Nächstes kommt und wie die Gäste reagieren.» Dabei habe er früh erkannt, dass sich die Anforderungen von der Sonntagsbratengeneration zur heutigen Wahlfreiheit stets veränderten. «Ich habe einfach immer und überall die Augen offen.»

Sein Nachfolger Vinzenz Meier kommt von den Schweizer Jugendherbergen ans Inselspital.