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Bern will Touristenströme lenken
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 25.07.2019.
abspielen. Laufzeit 03:21 Minuten.
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Immer mehr Touristen Bern will kein zweites Venedig werden

Der Schweizer Tourismusverband warnt vor Übertourismus. Bern will deshalb verstärkt auf Individualtouristen setzen.

Die Zahl der Touristen in der Stadt Bern steigt stetig an: Im vergangenen Jahr übernachteten rund eine halbe Million Besucherinnen und Besucher in der Bundesstadt – ein neuer Rekord. Dazu kommen Tagestouristen, die sich statistisch nicht erfassen lassen.

Soziale Medien lösen Hype um Sehenswürdigkeiten aus

Der Schweizer Tourismusverband erachtet die Untere Altstadt in Bern als gefährdet für das Phänomen des sogenannten «Overtourism». Beispiele für diesen Übertourismus sind etwa das italienische Venedig und das kroatische Dubrovnik.

Immer mehr Menschen können sich Reisen leisten.
Autor: Therese LehmannTourismusexpertin Universität Bern

In Bern sei man noch längst nicht so weit, sagt Tourismusexpertin Therese Lehmann von der Universität Bern. Aber: «Die Berner Altstadt bekommt einen Teil eines globalen Phänomens ab.» Immer mehr Menschen, besonders in Asien, können sich Reisen leisten und das Interesse an Städtetrips nehme zu. «Das Reisen wird durch die Digitalisierung befeuert.» Fotos auf sozialen Medien, wie auf der Fotoplattform Instagram, könnten Sehenswürdigkeiten zu Hotspots machen und einen Hype auslösen.

Weniger grosse Touristengruppen, mehr Individualtouristen

Dass mehr Touristen solches Hotspot-Hopping um der Fotos Willen betreiben, nimmt man auch bei der Berner Tourismusorganisation Bern Welcome wahr. «Wir sind eher an Individualtouristen interessiert, die sich mit dem Berner Lebensgefühl auseinandersetzen möchten», sagt Sven Gubler, der Bern Welcome vorübergehend leitet.

Wir müssen die richtige Balance finden.
Autor: Sven GublerGeschäftsführer Bern Welcome a.i.

Habe man früher auf ein Wachstum im Tourismus gesetzt, gehe es nun darum eine Balance zwischen Anwohnern, Touristen und dem Gewerbe herzustellen. Seit zwei Jahren sei man mit den verschiedenen Interessensgruppen im Gespräch.

Anwohner und Ladenbesitzer sollen zu Wort kommen

Auch bei der Stadtberner Regierung beobachtet man, wie sich der Tourismus entwickelt. Vorsichtshalber ist seit einem Jahr die Vermietung von Wohnungen an Touristen in der Altstadt nur noch eingeschränkt gestattet. Bern solle kein zweites Venedig werden, sagt Stadtpräsident Alec von Graffenried auf Anfrage. Im Herbst wolle er mit den Altstadtleisten zusammenkommen und erfahren, wie Anwohner und Gewerbetreibende die aktuelle Situation erlebten.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Hug  (AndiHug)
    und wie kommen die touriten ins land? natürlich auf kosten der umwelt. aber das wird nie thematisiert. tourismus schadet der umwelt aber macht die brieftasche dick.
  • Kommentar von Heinz Hugentobler  (hevrins)
    M.E. eine etwas schizophrene Situation. Vergleiche mit anderen "Weltstädten" absurd. Bern ist eigentlich Provinz, lebt ein Stück weit vom nicht überbordenden Tourismus. Ich weile häufig in Bern, fühle mich trotz vieler asiatischer Touristen wohl in dieser Stadt. Also, was ändern? Und Luzern, Interlaken, die leben auch etwas vom Tourismus. Ich hege das Gefühl über jedes kleine, nicht existierende Problem wird auf hohem Niveau gejammert. Haben wir denn keine anderen, grösseren Probleme?
    1. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Ist genau so: Kommen die Touris nicht wird gejammert, kommen sie, geht es auch wieder los...
      Ideen sind gefragt!
  • Kommentar von Ernst Sommer  (Ersom)
    Bern braucht keine Touristen, sie bekommen ja Finanzausgleich.