In Berner Flüssen tummeln sich immer weniger Fische

Die Zahl der gefangenen Bachforellen und Äschen hat in den vergangenen 25 Jahren um über die Hälfte abgenommen. Das zeigt eine Auswertung der Fangstatistik des kantonalen Fischereiinspektorates.

Ein Flussfischer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In Bern immer schwieriger: Flussfischen. Keystone

Hingegen nahmen die Fischfänge in den Seen und insbesondere in den Bergseen stark zu. Dies führt dazu, dass sich die Gesamtzahl von rund 350'000 gefangenen Fischen pro Jahr seit 1989 kaum verändert hat.

Seit 1989 müssen die Angler im Kanton Bern ihre Fänge in einer Statistik eintragen. Die zwei Millionen erfassten Einträge bis Ende 2013 wurden nun erstmals vertieft analysiert. Fazit: Art und Fangort der Fische haben sich in einen den vergangenen 25 Jahren stark verändert.

Klimawandel und fischfressende Vögel

Insgesamt ging der Fischfang in Flüssen, Bächen und Stauseen seit 1989 um 22 Prozent zurück. Im Gegenzug nahmen die Fänge in Bieler-, Thuner- und Brienzersee um 4 Prozent zu. Markant mehr geangelt wurde in Bergseen, wo die Fangstatistik gar ein plus von 87 Prozent ausweist.

Während in stehenden Gewässern noch viele Fischarten vorhanden sind, bereitet den Verantwortlichen der Rückgang in den Flüssen und Bächen Sorgen. Die Gründe orten die Behörden in einem «komplexen Zusammenwirken» unterschiedlicher Faktoren:

  • Klimawandel
  • Hochwasser
  • Verbauungen
  • Mikroverunreinigungen
  • fischfressende Vögel

Fischer gegen Kleinkraftwerke

Der Bernische Fischerei-Verband ruft in einer Stellungnahme dazu auf, Flüsse und Bäche «unbedingt als Lebensraum zu bewahren und sicherzustellen, dass die Flussfische nicht verloren gehen».

Bei der Nutzung der Wasserkraft fordern die Fischer, keine Kleinkraftwerke unter einer Generatorenleistung von 1 Megawatt mehr zuzulassen. Kleine Anlagen zerstörten mehr als sie brächten.