In zehn Jahren gehts dem Insel-Bettenhochhaus an den Kragen

Neun Monate nach der Volksabstimmung zum Masterplan für das Berner Inselspital haben die Verantwortlichen die konkrete Planung für das Grossvorhaben vorgestellt. Gebaut wird in drei Etappen bis 2025. Dann wird das markante Bettenhochhaus abgerissen.

Neues Wahrzeichen des Inselspitals in Bern wird ein Neubau sein, der ab 2017 westlich des Bettenhochhauses entsteht. Er wird das Schweizerische Herz- und Gefässzentrum sowie weitere Fachkliniken beherbergen. Diesem Neubau müssen der Polikliniktrakt 2 und das Ludwig-Haller-Haus weichen. Dessen Rückbau hat bereits begonnen.

«  Ein Patient legt während seines Aufenthalts in der Insel mehr als einen Kilometer zurück, um zu seinen Behandlungen zu kommen.  »

Prof. Andreas Tobler
Aerztlicher Direktor Inselspital

Bereits im Bau ist das neue Organ- und Tumorzentrum, das in den Jahren 2018 und 2019 zuerst durch die Frauenklinik genutzt wird. Damit werde die bauliche Sanierung der Frauenklinik-Südfassade ermöglicht, schreibt die Inselgruppe. Später ziehen die Tumor-Disziplinen, die heute über das ganze Areal verstreut sind, in das neue Gebäude. Die Anordnung der Neubauten zeigt die Absicht: Das Inselspital will alle wichtigen Klinken, Labors und Patientenräume um das Intensivmedizin-, Notfall und Operationszentrum INO herum gruppieren. Kein Weg soll länger als 100 Meter sein.

«  Wir müssen ein Spital der kurzen Wege werden. Mit zwei Neubauten rund um das Kernstück INO. »

Holger Baumann
CEO Berner Inselspital

Die dritte Etappe umfasst bis 2025 die Leerung und dann den Abbruch des dannzumal 50-jährigen Bettenhochhauses. Eine Sanierung wäre bei gleichzeitigem Weiterbetrieb zu aufwändig und wenig effizient.

Erhalten bleiben der Polikliniktrakt 1 und der Eingangstrakt zum heutigen Bettenhochhaus. Er soll patientenfreundlich umgebaut werden. Das ganze Bauprogramm der nächsten zehn Jahre wird in der Grössenordnung von 750 Millionen Franken kosten.

Insel wünscht sich Modulbau als Provisorium

Noch offen ist, wo die Kliniken und Ambulatorien in den abzureissenden Gebäuden während der Bauphase untergebracht werden. Entweder werden Lösungen in bestehenden Gebäuden gesucht oder temporäre Modulbauten aufgestellt. Diese Entscheide sollen im Sommer 2016 fallen.
Die Grundlage für den Ausbau des Inselareals hatte das Stadtberner Stimmvolk am 8. März mit der deutlichen Annahme der Überbauungsordnung gelegt. Diese sieht auch eine Entflechtung des Fuss- und Veloverkehrs auf dem Areal vom motorisierten Verkehr vor.