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«Es war ein Fass ohne Boden.»
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 20.11.2019.
abspielen. Laufzeit 11:31 Minuten.
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Investieren in eigene Airline Der teure Traum vom Fliegen ab Bern

FlyBair, die neue virtuelle Fluggesellschaft in Bern, sucht derzeit neue Geldgeber. Mit einem Crowdfunding, also einer Geldsammlung beim Volk, soll die erste der benötigten zweieinhalb Millionen Franken gesammelt werden. Das ist Ziel es, ab Mai Charterflüge zu verschiedenen Destinationen in Europa anzubieten. Ab Herbst soll auch ein grosser europäischer Flughafen angeflogen werden.

Beim Flughafen Bern-Belp haben schon viele Geld gesammelt und dieses dann auch mit mehr oder weniger Erfolg verbrannt: Swissair, Crossair, Air Engadina und am Schluss Skywork. Im August 2018 ist Skywork gegroundet. Der Berner Fluggesellschaft ging das Geld aus. Vorher haben verschiedene Investoren versucht, die Firma zu retten. Unter ihnen auch die Berner Familien Haag und Inäbnit. Über mehrere Jahre, zum Teil zwei mal jährlich, haben sie der Airline Darlehen in Millionen-Höhe gegeben.

Walter Inäbnit

Walter Inäbnit

Unternehmer und Unterstützer von Skywork

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Der Berner Unternehmer gehört laut dem Wirtschaftsmagazin Bilanz zu den 300 reichsten Schweizern. Über 30 Jahre führte er die weltweit tätige Haag-Streit Gruppe aus Köniz. Dabei blieb er gerne im Hintergrund, suchte das Rampenlicht nicht. Inäbnit ist 74 Jahre alt. Er investierte auch in zahlreiche Startups und Stiftungen.

SRF News: Wie kam es dazu, dass Sie bei Skywork eingestiegen sind?

Walter Inäbnit: Ich war immer in diesem Bereich tätig. Als es hiess, man müsse den Flughafen am Standort Bern erhalten, entschloss ich mich, zu helfen. Es kam hinzu, dass wir damals Unternehmen in Hamburg, Wien und London hatten. Fliegen ab Bern ist natürlich bequemer als ab Zürich. So einfach ist es.

Was fasziniert Sie an der Fliegerei?

Ich stand früher mit meinem Cousin in kurzen Hosen im Belpmoos am Zaun und schaute zu, wie die Flugzeuge starteten und landeten. Wir waren total fasziniert und diese Faszination ist geblieben.

2014 sind Sie bei Skywork eingestiegen. 2018 blieben die Flugzeuge am Boden. Wie steinig war der Weg?

Er war sehr steinig. Es ging immer um die Suche nach Geld. Es ging aber auch um die Suche nach Passagieren. In der ganzen Euphorie von «Geiz ist geil» gab es viele, die meinten, mit 40 Franken könne man durch ganz Europa fliegen. Das ist natürlich Unsinn.

Es war ein Fass ohne Boden.

Sie haben immer wieder viel Geld investiert. Am Schluss wurde das Aktienkapital auf 39.6 Millionen Franken erhöht. Was war Ihr Antrieb?

Das hat sich so entwickelt. Man hat immer wieder daran geglaubt, wurde immer wieder motiviert. Ich sagte mir, das kann doch nicht sein, dass das ganze ab Bern nicht funktioniert. So haben verschiedene mitgeholfen, Skywork zu tragen. Schlussendlich hat es nicht funktioniert. Schade.

Warum hat es nicht funktioniert?

Es war einfach schwierig, im Raum Bern genügend Kunden zu finden. Die kritische Masse wurde nicht erreicht.

Wann war der Zeitpunkt gekommen, um die Notbremse zu ziehen?

Es war ein Fass ohne Boden, das geht einfach nicht. Irgendwann kommt auch der Unternehmer zum Vorschein, der sagt, jetzt reichts. Jetzt müssen wir den Deckel zu tun. Dieser Moment ist gekommen. Wir mussten einsehen, es gibt zu wenig Leute, die wir für das Fliegen ab Bern begeistern können.

Was würden Sie rückblickend anders machen?

Das, was wir jetzt machen: Crowdfunding und die Zusammenarbeit mit einer externen Fluggesellschaft. Und nicht einfach Destinationen anfliegen in einem vorgegebenen Takt, sondern mehr auf Charterflüge setzen, wie man das jetzt plant. Man schaut, welche Destinationen in der Vergangenheit Erfolg hatten. Ich glaube, das ist der richtige Weg.

Das Gespräch führte Christian Liechti

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