Juso Oberaargau tritt nicht an Langenthaler Wahlen an

Die JungsozialistInnen Oberaargau werden laut der Juso Kanton Bern nicht an den Langenthaler Stadtratswahlen teilnehmen. Grund dafür ist ein handfester Streit zwischen der SP und der SP-Jungpartei nach der Demo-Teilnahme eines Jungsozialisten in Paris.

Video «Vermummter Gemeinderatskandidat» abspielen

Vermummter Gemeinderatskandidat

2:56 min, aus Schweiz aktuell vom 20.7.2016

Der Präsident der Juso Oberaargau, Alain Roth, hatte Mitte Juni in der französischen Hauptstadt an einer Kundgebung gegen die französische Arbeitsmarktreform teilgenommen. Dabei wurde er von einer Polizei-Tränengasgranate getroffen und laut der Juso Kanton Bern schwer verletzt.

Die SP Langenthal warf ihm danach vor, vermummt an dieser Kundgebung teilgenommen zu haben. Das sei nicht akzeptabel. Roth werde deshalb von der SP-Gemeinderatsliste gestrichen. Der Jungsozialist war einziger Juso-Vertreter auf dieser Liste.

Die Juso ihrerseits stellen sich in einer Medienmitteilung hinter Roth. Am 14. Juni seien die französischen Protestierenden international unterstützt worden, unter anderem eben auch von Roth. Mit seiner Teilnahme an der Demo sei Roth für Solidarität eingestanden.

Der SP Langenthal sei Ende Juni mitgeteilt worden, dass Roth an seiner Gemeinderatskandidatur festhalte. Doch danach habe der SP-Präsident gesagt, Roth habe sich nicht geäussert.

Aus Protest gegen «unsolidarische und Unwahrheiten verbreitende Politiker» ziehe die Juso deshalb alle Kandidatinnen und Kandidaten von der SP-Stadtratsliste zurück.