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Kalettes aus dem Seeland Bauer Johner glaubt an diesen Kohl

In fünf Jahren hat sich der Absatz der Kalettes verzehnfacht. Trotzdem müssen die Produzenten um Platz im Regal kämpfen.

Kalettes sind ein Markengemüse. Wer Kalettes anpflanzen und vermarkten will, braucht eine Lizenz. Gezüchtet wurde das Gemüse von einer britischen Saatgutfirma. Die Entwicklung dauerte 15 Jahre. Der Vorteil: Es ist reich an Vitaminen, und es ist wintertauglich: Von Oktober bis April kommen die Kalettes frisch ab Feld.

Kalettes gibt es nur mit Bewilligung

Die Lizenz haben in der Schweiz nur Lorenz Gutknecht aus Ins und Urs Johner aus Kerzers. Seit 2014 hat sich ihre Anbaufläche von Kalettes in der Schweiz etwa verzehnfacht. Pro Saison kommen zurzeit zwischen 50 und 65 Tonnen auf den Markt.

Ein Mann hält in seinen Händen Pflanzenteile.
Legende: Zart und doch kälteresistent sind die Blätter. Reto Wiedmer/SRF

Einen schweren Stand hat das Gemüse trotzdem: Jahr für Jahr kämpft die Firma, welche die Kalettes vermarktet, um Plätze in den Regalen bei den Grossverteilern.

Innovation im Seeland

Kein Gemüsebauer weiss, ob seine neuen Produkte genügend Abnehmer finden: «Man braucht Mut, neue Setzlinge zu pflanzen. Mut wird aber oft belohnt», sagt Produzent Urs Johner. Und Vermarkter Vincent Egger spricht von zehn bis 15 Jahren, die es braucht, um ein neues Gemüse am Markt zu positionieren.

Ein Mann zwischen hüfthohen Pflanzen.
Legende: Urs Johner auf seinem Feld. Reto Wiedmer/SRF

Im Freiburger und Berner Seeland gibt es einige innovative Produkte. Neben den Kalettes werden zum Beispiel auch Süsskartoffel oder Spargelbrokkoli angebaut. Gemüsebauer Urs Johner weiss: «Die Abnehmer, also die Grossverteiler, fordern eine gewisse Innovation.»

Auch Konkurrenz spielt eine Rolle

«Eine Innovation jage im Seeland die andere», sagt Hans Jörg Rüegsegger, der Präsident der Berner Bauern. Er findet diese Entwicklung gut. Es sei wichtig, dass ein Gemüsebauer nicht stehen bleibe: «Es geht auch um das Konkurrenzdenken. Im grossen Moos tummeln sich viele Mitbewerber.» Auch bei Urs Johner klingt es ähnlich: «Man muss nicht innovativ sein, wenn man nicht will. Aber man kann mit Innovation auch Geld verdienen.»

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