Kanton Bern will verwaiste Rehkitze wieder retten

Wildhüter im Kanton Bern sind mit einer neuen Weisung angehalten worden, einsame Rehkitze abzuschiessen statt in eine Wildstation zur Aufzucht zu bringen. Auf politischen Druck hin schafft nun das Jagdinspektorat die Weisung aber wieder ab.

Rehlein in einer Wiese. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Verwaiste, gesunde Jungtiere sollen im Kanton Bern nicht abgeschossen werden. Keystone

«Der Druck sei von den Wildhütern selbst gekommen», sagt SVP-Grossrat Thomas Fuchs. Daher hat er im Parlament einen Vorstoss eingereicht, der die Weisung zum Abschuss verwaister Rehkitz abgeschossen werden. «Es macht für mich keinen Sinn, auf der einen Seite Rehkitze vor Mähmaschinen zu retten und auf der anderen Seite Rehkitze von den Wildhütern abschiessen zu lassen.»

Bis vor kurzem sind die Rehkitze, die von den Muttertieren verstossen werden oder deren Mutter gestorben ist, von den Wildhütern in die Wildstation Landshut bei Utzenstorf gebracht worden. Da wurden sie aufgezogen und später wieder in die freie Wildbahn entlassen. Der Kanton Bern hat aber der Wildstation aus Spargründen den Beitrag gestrichen. Seither habe die Wildstation keine Tiere der Wildhut mehr angenommen, wie die «Berner Zeitung» geschrieben hat.

Der neue Jagdinspektor Niklaus Blatter - er ist seit April im Amt - ist nun mit den Wildhütern zusammengesessen und hat die neue Weisung zurückgenommen. «Der Wildhüter ist für die Wildtiere da und es ist natürlich für ihn keine schöne Situation, wenn er ein gesundes und unverletztes Tier töten muss», sagt Blatter.

Woher die Weisung stammt, darüber will er sich nicht auslassen. Wichtig sei, dass nun rasch eine Lösung gefunden werde für verwaiste Jungtiere. Man sei mit verschiedenen Institutionen im Gespräch, sagt Blatter. Bis zum 15. Juni will er eine Lösung gefunden haben. Ab da werden im Kanton Bern die Ökoflächen gemäht, die für viele Jungtiere als Kinderstube dienten.