Schutz vor Hochwasser Kanton Bern wirft Projekt «Aarewasser» über Bord

Der Kanton Bern löst sich von seinem Wasserbauplan «aarewasser». Erfahrungen hätten gezeigt, dass der Plan ein zu enges Korsett sei für einen effizienten Hochwasserschutz. Stattdessen sollen die Projekte einzeln weiterverfolgt werden.

Eine überschwemmte Fläche. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wegen solchen Hochwassern wie hier 2005 im Gebiet Flughafen Bern-Belpmoos erstellte der Kanton Bern einen Gesamtplan. zvg/Kanton Bern

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nach dem Jahrhunderthochwasser 2005 lancierte der Kanton Bern das Grossprojekt «aarewasser» – ein Generationenprojekt mit Kosten von 160 Millionen Franken.
  • Ziel war es, den Aareabschnitt zwischen Thun und Bern zu renaturieren wo nötig zu verbauen und damit Gebiete und Siedlungen vor Hochwasser zu schützen sowie die Trinkwasserversorgung der Region sicherzustellen.
  • Nun ist der Gesamtplan vom Tisch. Die noch nicht umgesetzten 22 Teilprojekte werden einzeln weiterverfolgt.

Der Wasserbauplan mit Namen «aarewasser» sei ein Korsett und ein flexibler Hochwasserschutz damit nicht möglich, sagte die zuständige Regierungsrätin Barbara Egger an der Medienkonferenz. So würden im aktuellen Wasserbauplan Projekte definiert, die erst nach zehn oder sogar zwanzig Jahren realisiert würden. Das sei nicht sinnvoll.

Einzelne Projekte

Im Moment ist der Gesamtplan sowieso durch Einsprachen und Beschwerden blockiert. So können auch keine Teilprojekte umgesetzt werden. Mit der Abschreibung des Gesamtplans sei nicht der ganze Hochwasserschutz zwischen Thun und Bern blockiert, sagte Egger. Und aus Sicht des Kantons würden die grundlegenden Ziele des Wasserbauplans dennoch beibehalten. Das heisst, der Hochwasserschutz soll verbessert, die Trinkwasserversorgung langfristig gesichert und die Naturlandschaft aufgewertet werden.