Zum Inhalt springen

Header

Audio
Wo die Natur noch wie Natur klingt: Eine Reportage aus dem Schwarzwassergraben
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 20.07.2020.
abspielen. Laufzeit 04:02 Minuten.
Inhalt

Karte der stillen Orte Wo es (noch) ruhig ist

Mit einer neuen Karte sollen besonders ruhige Orte sichtbar gemacht werden. Damit könnte es mit der Stille jedoch bald vorbei sein.

Die Stiftung Landschaftsschutz hat es sich zum Ziel gemacht, die Oasen der Ruhe sichtbar zu machen. Auf einer neuen Landkarte sollen besonders stille Orte im Mittelland ersichtlich werden. «Das Dauerrauschen des Verkehrs überdeckt oft die Klänge der Natur», sagt Raimund Rodewald, Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz Die Karte soll 50 Orte zeigen, an denen nur die Natur zu hören ist. Damit riskiert er aber, dass es dort mit der Stille bald vorbei sein könnte.

Der Schwarzwassergraben im Naturschutzgebiet Sense-Schwarzwasser, nur 30 Autominuten von der Stadt Bern entfernt, ist einer der 50 stillen Orte im Mittelland. Der Graben erinnert an canyonartige Flusslandschaften. «Hier hört man nur die Bäume rauschen, manchmal einen Vogel zwitschern. Da kann man richtig herrunterfahren», sagt Willy Meyer, der als Wanderleiter immer wieder Gäste in den Schwarzwassergraben führt.

Da ist es richtig ruhig, man kann gut herunterfahren.
Autor: Willy MeierWanderleiter Schwarzwassergraben

Über schmale Pfade führt er in die Schlicht hinunter, vorbei an Felsformationen, von denen man sagt, sie seien vor tausenden von Jahren durch Menschenhand aus dem Stein gehauen worden. Keltengräber. Die Felswände sind bis zu 200 Meter hoch, und tief unten im Graben fliesst das Schwarzwasser, ein über 20 Kilometer langer Nebenarm der Sense, der sich unterhalb der Gantrischkette durch den Sandstein gezwängt hat.

Was man schätzt, schützt man

Orte wie der Schwarzwassergraben werden auf dieser Karte, der sogenannten «Tranquility map», von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zusammengetragen. «Alle Orte haben einen bestimmten Klang», sagt Raimund Rodewald von der Stiftung: «Ein lauter Wasserfall oder ein verlassenes Alptal.» Dass diese Orte auf einer Landkarte sichtbar gemacht werden, werde ihnen die Magie jedoch nicht nehmen, ist Rodewald überzeugt.

Wenn wir auf diese Orte hinweisen, können wir sie besser schützen
Autor: Raimund RodewaldGeschäftsleiter Stiftung Landschaftsschutz Schweiz

«Man bekommt dies in den Griff, haben Erfahrungen in Naturpärken und in England gezeigt», sagt Rodewald. England habe eine solche «Tranquility map» seit den Siebzigerjahren. Dort habe die Bevölkerung mit einer Wertschätzung gegenüber diesen Orten reagiert. Darum sei es wichtig, auf die Orte hinzuweisen, um sie besser zu schützen.

Enttarnen und bewahren

Rodewald will aus diesem Grund die Gebiete sicht- und hörbar machen und sie damit davor bewahren, schrittweise zerstört zu werden. «In zehn Jahren könnte es dort neue Strassen, Wohngebiete, Kiesgruben oder Windpärke haben.»

Mit dem Enttarnen dieser Gebiete soll dort aber auch eine gewisse touristische Wertschöpfung in den Gaststätten der Region angeregt werden. «Damit die Leute nicht mehr in den Flieger sitzen und nach Mallorca fliegen.»

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03/17:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Delmar Lose  (DeLo)
    Sehr klever diesen Bericht zu veröffentlichen, BRAVO! Noch unglaublicher ist die Idee solch eine Karte zu kreieren, also wirklich was hat man sich dabei überlegt???
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Die Karte soll 50 Orte zeigen, an denen nur die Natur zu hören ist. Damit riskiert man aber, dass es dort mit der Stille bald vorbei sein könnte. Warum also? Doch je mehr Menschen in die Idylle strömen, umso weniger gibt es sie. Der Mensch macht das, was er sucht, kaputt. Die Gefahr besteht, dass die einmalige Landschaft ihren Charakter einbüsst. Anscheinend will man man diese Orte auch touristisch ausbeuten, d.h. Geld verdienen. Die Biodiversität in der Schweiz leidet immer mehr. Unverständlich
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Es würde mich überhaupt nicht verwundern, wenn es nach diesem Beitrag einen Run an die Sense gibt. Erwartet ja nicht Eigenverantwortung, ich glaube es wird nur mit Überwachung und Eintrittsgeld funktionieren. Beispiele dazu gibt es unzählige!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen