Kartoffelernte 2013: Für viele Bauern ein Jahr zum Vergessen

Wegen des nassen und kalten Frühlings kamen die Kartoffeln spät in den Boden. Deshalb wurde es auch später bis zur Ernte. Und dann war es wieder so nass, dass die Bauern mit den schweren Maschinen nicht mehr zu Acker fahren konnten. Die Knolle bleibt im Boden. Und der Verdienst ist weg.

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Bildlegende: Viele Kartoffeln bleiben im Boden, weil das Wetter eine Ernte nicht erlaubte. Keystone

Auf die gesamte Kartoffelproduktion gerechnet sind die Ausfälle im grossen Anbaugebiet im Berner Seeland und im Grossen Moos nicht gross. Etwa 0,3 Prozent der Ernte ist ein Opfer der wettermässigen Unbill. «Aber die Bauern, die betroffen sind, trifft es voll. Sie haben die Kosten und den Verdienstausfall», weiss Bernhard Herren, der kundige Leiter der Landi Kerzers.

Betroffen sind vor allem sogenannte Industriekartoffeln, die zu Chips oder Pommes frites verarbeitet werden. Wenn die Knollentemperatur unter 8 Grad sinkt, sind die Karoffeln dafür nicht mehr zu gebrauchen und landen im Futtertrog der Schweine. «So rechnet es sich sicher nicht mehr, noch zu graben, auch wenn das Wetter noch bessern sollte. Das gibt nichts als Kosten. Also kommt der Pflug und fährt alles unter.» weiss Bernhard Herren.

Landesversorgung nicht in Frage gestellt

Die Schweizer Kartoffelproduktion deckt normalerweise den Landesbedarf. Dieses Jahr könnte es nicht ganz reichen. «Verhungern muss niemand. Da wird halt für einmal etwas importiert», so der Kerzerser Landi-Chef.