Berner Sommerprojekt Kein Geld der Stadt für «Neustadt-Lab» auf der Schützenmatte

Neustadt-Lab auf der Schützenmatte im Jahr 2015 Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In den letzten zwei Jahren wurde die Schützenmatte im Sommer zum Kulturort. Keystone

  • Lange war unklar, ob der Berner Gemeinderat das «Neustadt-Lab» auf der Schützenmatte neben der Reitschule auch dieses Jahr finanziell unterstützt.
  • Nun hat der Berner Gemeinderat entschieden, kein Geld für das Projekt zu sprechen.
  • Die bisherigen Organisatoren wollen in diesem Fall das Projekt nicht durchführen.
  • Ob sich bis Sommer andere Organisatoren finden lassen, ist noch ungewiss.

In den letzten zwei Jahren war die Schützenmatte bei der Berner Reitschule im Sommer Treffpunkt für Bernerinnen und Berner. Statt Parkplätze gab es Bars, Essensstände und Konzertbühnen.

Es war ein Versuch, die Schützenmatte zu beleben. Ein Versuch, der jeweils von der Stadt finanziell unterstützt wurde – mit 75'000 beziehungsweise 90'000 Franken. Dieses Jahr gibt es kein Geld, schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung.

Ausschlaggebend seien «finanzrechtliche Gründe». Konkret: Der Gemeinderat kann das Geld nicht selbst sprechen. Der Stadtrat müsste dies tun und dafür sei es jetzt zu spät, sagt Stadtpräsident Alec von Graffenried. Er selbst habe auch erst vor Kurzem erfahren, dass die Organisatoren noch Geld brauchen.

Ohne Geld der Stadt kein Neustadt-Lab?

Der Stadtpräsident ist der Meinung, «dass es möglich sein sollte, die Schützenmatte während des Sommers auch ohne finanziellen Beitrag der Stadt zu beleben.» Die Stadt stelle den Platz zur Verfügung. Den könne man jetzt nutzen.

Dem widersprechen die Organisatoren. «Wir sind auf das Geld der Stadt angewiesen», denn private Sponsoren kämen für sie nicht in Frage, sagt Mitorganisator Ramon Stricker. «Es soll keine Kommerzialisierung der Schützenmatte stattfinden.» Sie ziehen sich von der Organisation zurück.

Die Zukunft der «Schütz»

Nur falls sich andere Personen zur Organisation bereit erklären, wird die Schützenmatte auch dieses Jahr zwischengenutzt. Alec von Graffenried ist zuversichtlich: «Ich glaube, es wäre eine verpasste Chance. Und ich glaube auch, dass es noch nicht zu spät ist für ein anderes Projekt.»

Was mit der Schützenmatte langfristig passiert, ist noch unklar. Schon länger ist geplant, die rund 140 Parkplätze aufzuheben. Diese Idee wird aber von Einsprachen blockiert.