Kienersrüti nimmt Abschied von der politischen Landkarte

Am 31. Dezember 2013 um Mitternacht hört Kienersrüti auf, als eigenständige Gemeinde zu bestehen. Von den 41 Stimmberechtigten war niemand bereit, sich neu in den Gemeinderat wählen zu lassen. Die Fusion mit Uttigen war unausweichlich.

Kienersrüti, unterhalb von Thun zwischen dem Aare- und dem Gürbetal gelegen, schliesst Ende 2013 seine 272-jährige Geschichte als eigenständige Gemeinde ab. Niemand mehr stellte sich als neuer Gemeinderat zur Wahl. «Bevor wir die Ämter nicht mehr besetzen konnten, sind wir auf Uttigen zugegangen und haben gefragt, wie es wohl mit einem Zusammenschluss sei», sagt Gemeindepräsident Urs Rubi.

Schliesslich stimmten beide Gemeindeversammlungen der Fusion einstimmig zu. «Ein Vernunftsentscheid. Auch wenn damit schöne alte Bräuche zu Ende sind.», bilanziert Urs Rubi.

Aus finanziellen Gründen hätte Kienersrüti noch selbstständig bleiben können, auch wenn dem Dörflein alles fehlt, was eine autonome Gemeinde ausmacht: Es gibt weder Postauto noch Schule, Kirche, Gewerbe, Arbeitsplätze ausserhalb der Landwirtschaft, Dorfbeiz oder Laden - und trotzdem ging es der Mikrogemeinde recht gut. «Geld war nicht der Grund zur Fusion. Wir sind finanziell gesund.», betont Urs Rubi.

Kienersrüti ist eine der 25 bernischen Gemeinden, die per 1. Januar 2014 zu acht grösseren Gemeinden fusionieren.