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Bern Freiburg Wallis Kirche Belp gewährt zwei Asylsuchenden Kirchenasyl

Mutter und Sohn, beide aus Eritrea, leben seit dem 10. Oktober in den Räumen der Kirche Belp. Sie müssen nach einem rechtsgültigen Nichteintretensentscheid auf ihr Asylgesuch mit der Rückschaffung nach Italien rechnen. Die Kirchgemeinde Belp will sich gegen die Wegweisung wehren.

Ansicht der Kirche Belp
Legende: In den Räumen der Kirche Belp haben eine Mutter und ihr Sohn vorübergehend Zuflucht gefunden. zvg/mapio.net

Die Frau und ihr heute achtjähriger Sohn leben seit dem 10. Oktober unter dem Obdach der Kirche Belp. Sie kamen im Sommer 2015 in die Schweiz. Nach Angaben der Kirchgemeinde Belp hatten sie ihre Flucht zunächst nach Libyen geführt, wo sie in Gefangenschaft der IS-Milizen gefallen waren. «Mutter und Kind sind psychisch schwer angeschlagen», schreibt die Kirchgemeinde in einer Mitteilung. Und nun drohe ihnen die Ausschaffung nach Italien.

Kanton will rechtskräftigen Entscheid umsetzen

Das kantonale Amt für Migration wurde von der Kirchgemeinde Belp rasch über das Kirchnasyl informiert. In einem Schreiben vom 2. November sieht der Kanton aber keine Möglichkeit, auf die Wegweisung zu verzichten. Der Entscheid, auf das Asylgesuch der beiden Personen nicht einzutreten, sei rechtskräftig. Im Sinne der Gleichbehandlung aller betroffenen Personen sei dieser Entscheid nun umzusetzen.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Sommer (Apollon)
    Schon komisch. Da bricht ein rechtsaussen Politiker unsere Gesetze und hilft einer Frau gegen die KESB - er wird hier in den Kommentarspalten als Held gefeiert. Die Kirche in Belp hilft einer auszuschaffenden Frau und dann wird hier gegen "die Asylpolitik" und die Kirche gewettert sondergleichen. Werden "unsere christlichen Werte" allenfalls doch nicht "von aussen" bedroht?
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    1. Antwort von paul waber (sandokan)
      Wurde Schwander als Held gefeiert...Habe ich da etwas verpasst?
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    2. Antwort von Ueli von Känel (uvk)
      Herr Sommer, Sie treffen mit Ihrem Kommentar den Nagel auf den Kopf! Ihren Ausführungen kann ich voll zustimmen! Effektiv geraten unsere christlichen Werte hierzulande durch opportunistische Denk- und Handlungsweisen arg unter die Räder. Ein Mitgefühl mit Notleidenden (Flüchtlinge) wird mit Verweis auf Gesetze oft hintangestellt. Wie wäre es, wenn jene, die hier lauthals gegen die Kirche wettern, der Hilfe bedürfen und dann zu hören bekämen, dass Gesetze es verböten, ihnen weiterzuhelfen?
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    3. Antwort von David Rothen (EinLinkerundmehr)
      Oder man will einerseits Waffen exportieren im grossen Stil, z.B. nach Quatar und Saudi Arabien (welche nachweislich IS unterstützen), will aber die Konsequenzen davon (Flüchtlinge) nicht tragen. (Wut-)Bürgerliche Doppelmoral und Selbstgerechtigkeit. Christliche Werte sind für die Bürgerlichen nur ein Begriff wenn sie dem Parteiprogramm entsprechen.
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  • Kommentar von R. Glättli (R. Maier-G.)
    Ich kenne keine Details des Falles. Aber sollten wir nicht erst mal einige Tausend junge Männer nach Eritrea zurückschicken, bevor wir Frauen und Kinder ausweisen??
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Viele Frauen werden in Lybien vergewaltigt und erleiden zusätzliche massive Gewalt. Eine Frau, die kennen lernte, hatte den Unterkiefer rechts gebrochen mit wackligen Zähnen (Gewalt vor der Vergewaltigung durch mehrere Männer) als sie in Como eintraf. Und sie hatte noch keine Schmerzmittel genommen, weil ihr das Geld fehlte. Solche Frauen nach Italien ausschaffen? In Italien kümmert sich niemand um diese zwei. Gut gibt es vorderhand das Kirchenasyl. Danke allen, die da mit machen!
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