Klimaforscher Thomas Stocker sagt Dinge, die niemand hören will

Thomas Stocker warnt seit mehr als zwei Jahrzehnten von den Folgen des Klimawandels. Am Donnerstag hat ihn die Berner Public Relations Gesellschaft mit ihrem Kommunikationspreis geehrt. Stocker ist davon überzeugt, dass ein Wissenschaftler auch ein guter Kommunikator sein muss.

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Bildlegende: Eine schwierige Aufgabe: Im Herbst 2015 bereitete Thomas Stocker die Verhandlungen der Pariser Klimakonferenz vor. Keystone

«Kommunizieren gehört zum universitären Alltag», findet Thomas Stocker. Der Physiker leitet das Zentrum für Klima- und Umweltphysik der Universität Bern. Er kommuniziere täglich mit Studierenden sowie Kolleginnen und Kollegen – allerdings auf einem fachlich sehr spezifischen Niveau.

Stocker ist aber überzeugt: «Erkenntnisse, die ein breites Publikum betreffen, sollte ein Wissenschaftler auch mit einfachen Worten erklären können. Das gehört einfach dazu.» Selbstverständlich sei dies nicht immer ganz einfach.

Berichte müssen vereinfacht gekürzt werden

So habe der Originalbericht, der als Grundlage für die Pariser Klimakonferenz diente, 1500 Seiten umfasst. Stocker, der als Mitglied des Weltklimarats die Verhandlungen von Paris vorbereitete, meint: «Wir haben den Bericht auf 27 Seiten reduziert. Den mussten die Regierungsvertreter dann Schritt für Schritt verabschieden.»

Für den Wissenschaftler Stocker ist klar: «Das Vereinfachen und Kürzen von wissenschaftlichen Ergebnissen ist möglich, solange die Informationen korrekt bleiben.»