Weingut am Bielersee Kloster Engelberg kauft Rebberg am Bielersee

Das Benediktinerkloster in Engelberg hat einen Rebberg zurückgekauft, den es vor fast 600 Jahren verkauft hat. Aus den Trauben will das Kloster künftig wieder eigenen Wein keltern lassen.

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Das Kloster Engelberg expandiert

2:29 min, aus Tagesschau vom 6.8.2017

Knapp 200 Jahre lang besass das Kloster Engelberg in der Gemeinde Twann-Tüscherz einen Rebberg. 1433 wurde er veräussert – den Mönchen war der Weg von Obwalden bis an den Bielersee zu weit.

Nun habe das seit Jahrzehnten in Familienbesitz stehende Gut wegen fehlender Nachfolgeregelung erworben werden können, teilte das Kloster am Montag mit.

Das Rebgut am Bielersee ist knapp drei Hektar gross. Zwei Drittel wurden langfristig an den Winzer Beat Burkhardt vom Weingut Bielerhaus verpachtet, ein Drittel wird Burkhardt im Auftrag des Klosters bewirtschaften.

Pinot Noir und Chasselas

Die Aufgabe Burkhardts sei es, aus den einheimischen Rebsorten Chasselas und Pinot Noir Weine von hoher Qualität zu produzieren, teilte das Kloster mit. Er werde dabei von einem fachlichen Begleitgremium unterstützt.

Wein für Kloster und Hotellerie

Blick auf Rebberge mit See im Vordergrund. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Aus dieser Region kommt künftig der Klosterwein Engelberg: Rebberge bei Twann am Bielersee. ZVG

Produziert werden dürften jährlich rund 8000 Flaschen Klosterwein, wie der Geschäftsführer des Klosters, Daniel Amstutz, auf Anfrage sagte. Ausgeschenkt wird der Wein an Gäste, an Festen oder an Seminaren – und bei Eigengebrauch. Amstutz geht davon aus, dass auch der Tourismus und die Hotellerie in Engelberg am Wein mit der Etikette «Engelberg» interessiert sind.

Der Tropfen soll aber auch an seinem Ursprungsort, dem Bielersee, erhältlich sein. Dort ist der Name Engelberg noch immer präsent. Nicht nur der Rebberg, auch die Schiffsstation und ein Restaurant heissen Engelberg.