Kritik am Kanton Bern wegen Wildschutz-Zonen

Der bernische Jagdinspektor will künftig weniger Schutzgebiete. Dies stösst auf Widerstand. Die laufende Überprüfung der Wildschutzgebiete wird sistiert und neu organisiert.

Der Kanton Bern muss überprüfen, wo Wildtiere ungestört leben können. So will es der Bund. Doch der Kanton tut sich schwer mit der Überprüfung der Wildschutzgebiete. Seit 2008 läuft der Prozess. Da aber alle Interessengruppen, also Jäger, Tourismusleute, Alpinisten und Tierschützer an einem Tisch sassen, war es schwierig, einen Konsens zu finden. Nun zieht der Jagdinspektor Peter Juesy die Notbremse - und geht in die Offensive.

Bei der Neuorganisation will Juesy die Zahl der Wildschutzgebiete verringern. Denn der Kanton muss sparen. Um den Aufwand der Wildhüter zu verkleinern, mache eine Reduktion Sinn, sagt Peter Jusey. «Die Schutzzonen müssen jeweils kontrolliert und markiert werden.» Derzeit gibt es 91 regionale Gebiete, in denen der Schutz verschieden stark ist. Zudem gibt es gut nochmals so viele lokale Gebiete.

Tierschützer haben keine Freude an den Plänen des Kantons. «Immer mehr Menschen sind in der Natur unterwegs», sagt Verena Wagner von Pro Natura. «In Schutzzonen finden Tiere die nötige Ruhe.»

Ein Rudel Rothirsche im Schnee. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gerade im Winter brauchen Hirsche und Co. Ruhe. Symbolbild/Keystone

Jagdinspektor Peter Juesy beruhigt. «Viele Schutzgebiete sind derzeit sowieso am falschen Ort oder überflüssig.» Falsch, sprich: es gibt kaum Konflikte zwischen Mensch und Tier, weil in diesem Gebiet entweder zu wenig Tiere leben oder kaum Menschen durchkommen.

Im Zuge dieser neuen Strategie sollen die Wildhüter neu eine Auswahl von Schutzgebieten treffen und den Betroffenen vorlegen. «Wir werden alle genug früh einbeziehen», verspricht Juesy.