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Legende: Audio Wie der Aufruf bei den Betroffenen ankommt abspielen. Laufzeit 03:58 Minuten.
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 19.02.2019.
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Lehrermangel im Kanton Bern Pensionierte zurück ins Schulzimmer

Die Erziehungsdirektion des Kantons bittet Pensionierte, wieder zu arbeiten. Das passt den Betroffenen nicht unbedingt.

950 pensionierte Lehrerinnen und Lehrer haben von der bernischen Erziehungsdirektion Post erhalten. Der Aufruf ist klar: Sie sollen wieder unterrichten. «Wir wollen für das neue Schuljahr gewappnet sein», sagt Erwin Sommer, Vorsteher der Erziehungsdirektion. Schon jetzt zeichne sich ab, dass ab dem nächsten Schuljahr zu wenig Lehrkräfte vorhanden sind.

Aufruf kommt nicht bei allen gut an

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Jürg Boss vertritt die pensionierten Lehrerinnen und Lehrer des Kantons. Ihn stört es nicht, wenn sie wieder arbeiten, schliesslich seien sie gut ausgebildet. Es könne aber nicht sein, dass sie wieder voll im Einsatz stünden. «Sie haben sich den Ruhestand verdient.» Jürg Boss findet den «Hilfeschrei» des Kantons Bern «fragwürdig».

Der Präsident der Pensioniertenvereinigung Bernischer Lehrkräfte moniert, der Kanton habe das Problem verschlafen. Auch beim Verband der Lehrpersonen Bildung Bern spricht man von «Pflästerlipolitik». «Das Problem wird mit den Pensionierten nicht gelöst», sagt Stefan Wittwer. Er fordert bessere Anstellungsbedingungen, um die Attraktivität des Berufs zu erhöhen.

Die Erziehungsdirektion sucht pensionierte Lehrkräfte, die wieder ins Schulzimmer zurückkehren möchten – als Stellvertretung oder gar fix für ein Quartal oder länger. Gesucht sind auch Leute, welche eine Vollzeitstelle vorübergehend übernehmen. «Wir trauen das den pensionierten Lehrpersonen zu», sagt Erwin Sommer von der Erziehungsdirektion.

Erste Zusagen, aber auch Kritik

Der Brief wurde letzte Woche verschickt. Mehrere Lehrpersonen haben sich schon interessiert gemeldet. Einzelne reagierten aber nicht erfreut. «Diese Leute bemängeln die schlechten Arbeitsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer», sagt Erwin Sommer. «Mit ihren Reaktionen geben sie zu verstehen, dass sie nicht zur Verfügung stehen.»

Die Gründe für den Mangel

Für den Mangel an Lehrkräften gibt es verschiedene Gründe. Derzeit werden viele Lehrerinnen und Lehrer pensioniert. Zudem steigen die Schülerzahlen im Kanton Bern an. Und: Der Kanton erhöht wegen des neuen Lehrplans die Zahl der Lektionen. Wegen des Mangels wurden auch schon Studierende rekrutiert.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von pedro neumann  (al pedro)
    Wenn in Bern und auch andernorts die Lehrpersonen fehlen, müsste man sich mal fragen warum. Offenbar scheint der Beruf doch anstrengender zu sein, als das ewig gestrige Pauschalbild des Ferientechnikers vorgibt. In einer Zeit, wo Eltern für ihre Kinder nur das Beste fordern, ständig kritisieren aber selbst oft keinen Finger für eine gute Erziehung rühren, mag die Begeisterung für den Beruf schnell mal verpuffen...
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    1. Antwort von Freija Fahrni  (FFahrni)
      Danke-Sie schreiben uns Lehrpersonen aus dem Herzen. Wie überall steigen auch in diesem Beruf von allen Seiten die Ansprüche (von Seiten Schüler/innen, Eltern, Schulleitung, Behörden, Gemeinden, Budget, LP21....). Ich habe (zum Glück) noch immer Freude am Lehrerin sein.
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  • Kommentar von Matti Biesuz  (Aargauer Jugend)
    Ich finde, die Rückkehr zum Beruf sollte freiwillig sein. Dieser Lösungsansatz scheint mir aber sonst sehr funktional.
    Der Armee fehlen immer mehr Hauptleute, die ehemaligen könnten, (wenn sie einen Refresher-Kurs besuchen) wieder ins System der Armee eingebunden werden. Da würden sich sicher einige finden und zudem würden andere Führungsqualitäten zum Einsatz kommen. ( Stichwort Armee 61)
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  • Kommentar von alfred maurer  (zeitgeist)
    Ich unterrichte an einer Realklasse (7.8.9.) weiter, so lange, wie ich mich mit den SuS verstehe und wir im Unterricht die gesteckten Ziele des LP 21 gemeinsam erreichen. Ich freue mich jeden Morgen auf die Jugendlichen, geniesse die gegenseitigen Herausforderungen. Die kompetente Schulleitung und das solidarische engagierte Kollegium sind neben den Kindern und Jugendlichen gute Rahmenbedingungen für einen Job über 65 Jahre hinaus.
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