Mario Slongo: «Der ‹Wetterfrosch› war meine Tarnkappe»

25 Jahre lang war der Wahlfreiburger Mario Slongo der weitherum bekannte Wetterfrosch des Schweizer Radios. Er sagte jeweils nicht nur, wie das Wetter wird, sondern auch, warum. Er erklärt, dass der nasse Sommer 2014 keine Ausnahme ist.

Für eine ganze Generation war Mario Slongo aus Tafers im freiburgischen Sensebezirk der Wetterprophet in Person. Von 1988 bis 2012 erzählte er jeden Samstagmorgen unzählige Wettergeschichten, ergründete meteorologische Phänomene, klimatische Wandel und erklärte damit, warum die Witterung so ist, wie sie ist. «Ich hatte immer die Idee, den Menschen ins Zentrum zu stellen. Der macht das Wetter zwar nicht, aber er beeinflusst es.»

«Doktor honoris causa Wetterfrosch»

Mario Slongo, im Hauptberuf Forscher und Doktor der Chemie, hatte Meteorologie im Nebenfach studiert und diese zu seinem grossen Hobby gemacht. Für seine naturwissenschaftliche und gesamtheitliche Sicht aufs Wetter und sein Bemühen, dieses der Bevölkerung anschaulich zu erklären, erhielt Mario Slongo den Ehrendoktortitel der Universität Freiburg. Quasi Dr. h.c. Wetterfrosch. «Als Wetterfrosch durfte ich Dinge sagen, die man dem Mario Slongo eventuell übel genommen hätte», lacht er in der Rückblende. Der «Wetterfrosch» als Begriff ist allerdings mit seiner Radio-Pensionierung Ende Juni 2012 verschwunden.

Verregneter Sommer 2014 ist keine Ausnahme

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Frau sitzt auf Berggipfel und guckt in die Ferne.

Keystone

Menschen erzählen von ihrem besonderen 2014. Andere schauen voraus.
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Dass der kalte und nasse Sommer 2014 keine Freude machte, bestreitet Mario Slongo nicht. Aber er ist nicht überrascht und geht sogar davon aus, dass sich die Wetterverhältnisse weiter verschieben, als Folge des klimatischen Wandels. 2014 brachte dieser einen warmen April, einen Hochwassersommer, einen wunderschönen Herbst und schliesslich keinen Schnee und wenig Niederschläge ab November bis über die Weihnachtszeit.

Aber Mario Slongo, der nun als Wetterfrosch von einem Vortrag zum andern eilt, mahnt auch, Augenmass zu bewahren. «Natürlich will unsere Freizeitgesellschaft, dass das Wetter stimmt. Aber es ist auch etwas problematisch, wenn man am Montag das Wetter vom kommenden Wochenende schon genau wissen will.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr)