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Mehr Lektionen im Kindergarten Geplante Schulreform sorgt für Unmut

Der Walliser Bildungsminister Christophe Darbellay plant eine Stundenerhöhung im Kindergarten. Dagegen gibts Gegenwind.

Blick in den Kindergarten
Legende: Mehr Schulstunden für die Kleinsten? Die Reform von Staatsrat Darbellay löst Widerstand aus. Keystone

Die ersten Schuljahre seien für die zukünftige Bildung der Schülerinnen und Schüler von enormer Bedeutung, sagte der Walliser Bildungsdirektor Christophe Darbellay in einem Interview mit dem «Walliser Boten». «Wenn unser Bildungssystem an der Spitze bleiben will, müssen wir früher ein bisschen mehr machen», wird Darbellay im Blatt zitiert. Seine Reform, welche eine Stundenerhöhung im Kindergarten will, ist noch bis Ende Oktober in der Vernehmlassung.

Vier Lektionen mehr pro Woche

Der Bildungsminister plant bereits im nächsten Schuljahr die Erhöhung der Schulstunden. Die Kinder des ersten HarmoS-Zyklus sollen einen Halbtag mehr in die Schule. Für die Kinder im ersten Kindergarten (1H) bedeutet dies eine Erhöhung von 12 auf 16 Schulstunden pro Woche, für diejenigen im zweiten Kindergarten (2H) von 24 auf 28.

Der Verein Lehrpersonen der Primarschulen Oberwallis teilt die Ansichten Darbellays nicht. Die Mitglieder lancierten am Mittwoch eine Online-Petition gegen das Vorhaben des Bildungsministers. «Die jüngsten Kinder sind bereits jetzt oft überfordert und werden schnell müde. Der frühkindlichen Förderung dient diese Erhöhung keinesfalls», sagt Eveline Ritz, Vorstandsmitglied des Vereins Lehrpersonen der Primarschulen Oberwallis. «Wir hoffen durch die Petition auf ein Umdenken des Bildungsdirektors.»

Kopfschütteln bei der Dienststelle für Unterrichtswesen

Die lancierte Petition scheint hohe Wellen zu schlagen. Innerhalb von zwei Tagen sind bereits über 900 Unterschriften gesammelt worden. Das freut natürlich den Verein der Lehrpersonen.

Wir sind sehr überrascht über diesen Gegenwind.
Autor: Marcel BlumenthalAdjunkt der Dienststelle für Unterrichtswesen

Die Dienststelle für Unterrichtswesen stört sich jedoch am Zeitpunkt der Petition. «Wir sind sehr überrascht über diese Art Gegenwind während der Vernehmlassungsphase», sagt Marcel Blumenthal, Adjunkt der Dienststelle. «Diese Phase ist schliesslich dafür da, dass sich jeder zum Thema äussern kann.» Nachdem die Vernehmlassung abgeschlossen sei, werde laut Blumenthal Bilanz gezogen.

Für den Verein käme die Petition deshalb zum genau richtigen Zeitpunkt. «Uns geht es vor allem darum, dass wir dem Bildungsdirektor noch einmal einen Denkanstoss geben wollen», so Ritz.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (jolanda)
    Der Walliser Regierungsrat Darbellay war und ist noch nie "mein Lieblingspolitiker" gewesen. Aber mit seinem Vorstoss geht er den richtigen Weg: Ein Land ohne Bodenschätze und in einer multikulturellen Konsum- und Spassgesellschaft, in der die Kinder durch die Eltern oft "ver- statt er"zogen werden, muss die Bildungspolitik handeln! Nur mit Bildung, eine berufliche Laufbahn zu starten und dabei eine persönliche Verantwortung mittragen, kann unser "Wohlstand" (in jeder Beziehung) weiter bestehen!
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