Meret Matter: «Wir wollten ein neues Publikum erreichen»

Vor 25 Jahren gründete die Berner Schauspielerin und Regisseurin Meret Matter das freie Theater «Club 111». Was in der Berner Reitschule als kleines Projekt begann, ist längst eine feste Grösse in der Berner Theaterszene. Das Jubiläum wird unter anderem mit Texten von Mani Matter gefeiert.

1989 - Europa ist im Aufbruch. In Berlin fällt die Mauer und in Bern ensteht das freie Theater «Club 111». Meret Matter, Grazia Pergoletti und Ruth Schwegler inszenierten ihre ersten Stücke im Tojo der Berner Reitschule. «So wurden wir zu unseren eigenen Intendantinnen», sagt Meret Matter. Es sei vor allem darum gegangen, ein neues Publikum anzusprechen. Gemeint waren Freunde oder Leute, die dieselben politischen Ansichten hatten wie die drei Gründerinnen des «Club 111».

25 Jahre «Club 111» sei eine erschreckende Zahl, meint Meret Matter. Immerhin sei dies die Hälfte ihres bisherigen Lebens. Das Bestreben, immer wieder neue Formen des Theaters auszuprobieren, sei der Motor für ihr Schaffen. So habe sie Comics, Serien oder Infotainment auf die Bühne gebracht. Legendär war zum Beispiel die fünfteilige Science-Fiction-Serie «Spaceboard Galuga» aus dem Jahre 1992, die jeweils Hunderte von Fans in die Berner Reitschule lockte.

Zum Jubiläum des «Club 111» gehört auch der Theaterabend unter dem Titel «Ich, ohne aufzufallen». Er ist aus meist unveröffentlichten Texten des verstorbenen Berner Liedermachers Mani Matter entstanden. Aus zahlreichen Anfängen und Enden hat seine Tochter Meret zusammen mit dem Autor Guy Krneta eine Collage gemacht. «Die Arbeit mit Manis Texten war ein schönes Erlebnis», sagt Meret Matter.