Naturschützer streiten mit Skitourenfahrern und Bergführern

Die Naturschutzorganisation Pro Natura möchte im eidgenössischen Jagdbanngebiet Schwarzhorn im Berner Oberland weniger Skitourenrouten als bis anhin. Beim SAC, den Bergführern und Gemeindepolitikern der Region kommt das nicht gut an.

Skitourengänger mit roter Jacke alleine im Schnee. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Routen für Skitourengänger führen manchmal auch durch Schutzgebiete. Keystone

Gämsen, Birkhühner, Schneehasen, Rothirsche und Rehe: Im eidgenössischen Jagdbanngebiet Schwarzhorn im Berner Oberland ist der Lebensraum dieser Tiere besonders geschützt.

Bei der Überarbeitung der Skitourenkarte Schwarzhorn hat sich die Naturschutzorganisation deshalb auf diesen besonderen Schutzstatus bezogen und die Schliessung dreier Skitourenrouten verlangt. Insgesamt gibt es in diesem Gebiet rund 18 Routen. Der Druck auf die Wildtiere in diesem Gebiet sei hoch, sagt Kathrin Bieri, Wildtierbiologin bei Pro Natura. «Insbesondere der Lebensraum des Birkwilds ist dadurch gefährdet».

Widerstand beim SAC und der Region

Beim Schweizerischen Alpenclub SAC, den Gemeindepolitikern der Region und den Bergführern kommt die von Pro Natur geforderte Schliessung der drei Routen nicht gut an: Die drei Routen seien für die Skitourenfahrer wichtig, sagt René Michel, Umweltverantwortlicher im Zentralvorstand beim SAC. «Der Druck auf Tourenrouten in Schutzgebieten wird immer grösser und die Skitourengebiete werden dadurch immer kleiner.» Dagegen wolle der SAC kämpfen.

Auch Walter Brog, Gemeindepräsident von Innertkirchen, hat kein Verständnis für die geforderte Schliessung der drei Routen: «In den vergangenen Jahren fallen immer mehr Nutzungsflächen in den Bergen Schutzgebieten zum Opfer. Wir wehren uns dagegen, dass der Schutz dauernd höher als der Nutzen gewichtet wird.»

Ball liegt beim Bafu

Weil sich die Parteien bis heute nicht gefunden haben, liegt der Ball nun beim Bundesamt für Umwelt. Dieses wird in den nächsten Tagen eine Empfehlung an den Kanton abgeben und dieser wird entscheiden, ob er diese umsetzt oder nicht.In der Region will man nötigenfalls bis vor Gericht gehen, sollte der Entscheid nicht im Sinne der Region ausfallen.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30Uhr)