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Nein zu tieferen Steuern Firmen im Kanton Bern prüfen Massnahmen

Nach dem Nein zu tieferen Firmensteuern überlegen sich die Unternehmen im Kanton Bern, Konsequenzen zu ziehen.

Legende: Video Steuergesetzrevision abgelehnt abspielen. Laufzeit 03:58 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 26.11.2018.

Das Medizinaltechnikunternehmen Ypsomed überlegt sich, Arbeitsplätze von Burgdorf im Kanton Bern in den Kanton Solothurn zu zügeln. Dort hat das Unternehmen ebenfalls einen Standort. So würde man Geld sparen, sagt Medienchef Julian Stressig. Geld, das die Firma lieber investiert, um zum Beispiel Arbeitsplätze zu schaffen.

Über mehrere Jahre kumuliert würden wir so einen einstelligen Millionenbetrag sparen.
Autor: Julian StressigMedienchef Ypsomed

Auch das Pharma- und Logistikunternehmen Galenica ist enttäuscht über das Nein vom Sonntag zu tieferen Firmensteuern. Drei Viertel der Steuern zahle das schweizweit tätige Unternehmen im Kanton Bern, schreibt Galenica in einer Stellungnahme. Man werde Massnahmen prüfen, wie die übermässige Steuerlast im Kanton Bern in den nächsten Jahren reduziert werden könne. Dazu gehöre auch die regionale Ausrichtung sowie die Investitionstätigkeit im Kanton Bern.

Es wird schwierig, weiterhin grosse Projekte in den Kanton Bern zu holen.
Autor: Sandra RuckstuhlMedienchefin CSL Behring

Arbeitsplätze verlegen will die Biotech-Firma CSL Behring nicht. Das international tätige Unternehmen hat mit Bern und Lengnau bei Biel zwei Standorte im Kanton. Aber das Nein zu tieferen Firmensteuern habe durchaus Konsequenzen, sagt Sandra Ruckstuhl, Medienchefin von CSL Behring. Bei grösseren Projekten gebe es firmenintern immer einen Wettbewerb. «Und da ist die Steuerattraktivität ein wichtiger Entscheidungsfaktor.» Und könne man keine grossen Projekte mehr in den Kanton Bern holen, habe dies auch Auswirkungen auf die Arbeitsplätze.

Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann befürchtet, dass gerade Unternehmen mit mehreren Standorten Konsequenzen ziehen nach dem Nein zu tieferen Firmensteuern. Unter den 6000 Unternehmen, die von der Steuersenkung profitiert hätten, seien 5200 KMU.

Den KMU kann man mit den bestehenden Instrumenten wenig Unterstützung geben.
Autor: Christoph AmmannRegierungsrat Kanton Bern

Und den im Kanton Bern ansässigen KMU könne auch die Standortförderung nicht viel helfen, so Ammann. Diese sei vor allem für Firmen gedacht, die neu in den Kanton Bern ziehen.

Unternehmen stellen Forderungen

Man erwarte konkrete Vorschläge vom Kanton Bern, wie es nun weitergehen soll, sagt Sandra Ruckstuhl von CSL Behring. Beim nächsten Treffen mit der Regierung im Januar, sei das Nein zu den tieferen Unternehmenssteuern sicher ein Thema. Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann will zuerst eine Auslegeordnung machen. Dann überlege sich die Regierung, was via Standortförderung machbar sei, um die im Kanton Bern ansässigen Firmen zu unterstützen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Gertsch (Rolf93)
    Ach ja...gerade die Pharma heult am lautesten. Man kann es verstehen, sie ist ja seit Jahren eine rückäufige Industrie. Einfach nur schäbig!
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  • Kommentar von Walter Bühler (Walter Bühler)
    War wohl ein Schuss ins eigene Knie der Berner Linken!
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  • Kommentar von b. glaset (glaset)
    Das Jammern über Steuern, das Abstimmen über Steuern, lasst es mal so wie es ist. Viel wichtiger als ein paar Steuerfranken sparen wäre, dass Staat/Kanton/Gemeinden endlich mal den Wucher an administrativen Aufgaben entschärft, das würde den Unternehmen viel mehr bringen, als ein Prozent weniger Steuerbelastung. Speziell die KMU sind seit Jahren die Leidtragenden der Beamtenzunahme, der Zunahme an Vorschriften und Regulierungen, die ein KMU definitiv nicht umsetzen kann!!
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