Menschen des Jahres Nemo Mettler, der Sing-Song-Rapper und Alleskönner aus Biel

Es scheint, als gelang dem 17-jährigen Nemo Mettler 2016 so ziemlich alles, was er sich gewünscht hatte – und wohl noch mehr: Bei einem Contest des Jugendsenders Virus haute er die Schweizer Rap-Grössen aus den Socken, anschliessend nahm er sein zweites Album auf und füllte die Clubs des Landes.

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Bildlegende: Nemo vor dem Bieler Club «Le Singe». Hier feierte er – zum Abschluss der Tour 2016 – seine Plattentaufe. Leonie Marti/SRF

Es war dieser Auftritt Anfang 2016 im Studio des SRF-Jugendsenders Virus, der Nemo Mettler schlagartig in der Schweizer Rapszene bekannt machte. Der 17-Jährige rappte Zeilen wie «Homie, i bi meh as nur startklar. Aber zersch wachse mr Schamhaar». Diese trug er mit einer Leichtigkeit vor, dass die Schweizer Rap-Grössen neben ihm nicht mehr aus dem Staunen heraus kamen.

Fast ein Jahr später hat der Bieler ein zweites Album in der Tasche und zahlreiche Konzerte in der ganzen Schweiz hinter sich. «2016 hat mir unglaublich viel Spass gemacht», sagt Nemo denn auch. Und das hört man.

Von der Opernbühne zum Rap

Aufgewachsen ist Nemo Mettler in der Bieler Altstadt. Seine Eltern sind die Gründer der Bieler Denkfabrik Brainstore, welche Unternehmen mit kreativen Geschäftsideen beraten hat. «Ich habe dort viel Zeit verbracht. Oft habe ich die Angestellten genervt mit einem neuen Gedicht oder einem Tanz», sagt Nemo und grinst.

Das Üben vor Publikum zahlte sich aus: Nemo stand in Kindermusicals und einer Kinderoper auf der Bühne. Mit 13 entdeckte er den Rap. Er schreibt seine Texte selber und komponiert die Beats dazu.

«  Was ich vielleicht etwas besser kann als andere Rapper: Über mich selber lachen. »

Nemo Mettler
Mundart-Rapper aus Biel

Wo er seinen Platz in der Schweizer Rapszene sieht? «Ich glaube, da hats noch viel Platz für Neues», so Nemo. Was er vielleicht etwas besser könne als andere Rapper, sei, über sich selber lachen zu können. Das liegt ihm sowieso am Herzen: «Eine gewisse Ernsthaftigkeit ist wichtig. Aber wir leben in einem so kleinen Land, da muss man sich selber manchmal nicht zu ernst nehmen.»

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 06:32/17:30 Uhr)