Kein Geld vom Kanton Neubau des Spitals Zweisimmen «möglicherweise überdimensioniert»

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Spitalwesen steuert auf finanziellen Infarkt zu

30 min, aus ECO vom 21.8.2017

Die bernische Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) lehnt eine finanzielle Unterstützung von jährlich 3,4 Millionen Franken für das Spital Zweisimmen zum jetzigen Zeitpunkt ab. Den geplanten Neubau erachten die Kantonsbehörden als «möglicherweise überdimensioniert».

Zu viele Fragen offen

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52 Millionen für Neubau

Die Spital STS AG betreibt Spitäler in Thun und Zweisimmen. Für den Standort im Simmental ist unter dem Namen «Dr. House» ein Neubau vorgesehen. Für den Neubau sind laut Kantonsmitteilung Investitionen von rund 52 Millionen Franken vorgesehen, davon rund 43 Millionen Franken für das neue Akutspital.

Für die GEF sind «hinsichtlich des künftigen Betriebs und insbesondere des Angebotsportfolios» noch viele Fragen offen, die bisher nicht befriedigend hätten beantwortet werden können, teilte der Kanton Bern am Freitag mit. Daher könne man derzeit nicht abschliessend beurteilen, ob die gesetzten Ziele erreicht werden könnten.

Das Nein des Kantons ist aber noch nicht definitiv: Sobald die offenen Fragen geklärt und die Tarife 2018 mit den Krankenversicherern ausgehandelt seien, sei die GEF bereit, ein neues Gesuch zu prüfen.

Enttäuschung in Zweisimmen

Die Spital STS AG zeigte sich in einer Stellungnahme «irritiert und enttäuscht». Die Begründung, dass zu viele relevante Punkte unklar blieben, sei nicht nachvollziehbar. Das von der GEF in Frage gestellte Angebot sei in einem intensiven Prozess mit Haus- und Spitalärzten der Region entwickelt worden.

Wenig Hoffnung sieht die Spitalbetreiberin in neuen Tarifverhandlungen. «Die Krankenkassen akzeptieren keinen höheren Tarif für das Spital Zweisimmen, diese Frage wurde bereits vor Jahren geklärt», heisst es in der STS-Mitteilung weiter.

Der Standort Zweisimmen könne nachweislich nicht kostendeckend geführt werden. Mit der Ablehnung der geforderten finanziellen Unterstützung rücke eine Lösung des Problems nun «in weite Ferne». Der Verwaltungsrat werde sich im Oktober mit der neuen Situation befassen.