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Neue Erkenntnisse zur Bronzehand aus Prêles
Aus Schweiz aktuell vom 31.10.2019.
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Neue Erkenntnisse Die Bronzehand von Prêles ist eine wissenschaftliche Sensation

3500 Jahre ist die Bronzehand alt. Seit man sie vor zwei Jahren in Prêles gefunden hat, laufen die Forschungen auf Hochtouren. Wem gehörte die Hand? Wofür war sie gedacht? Und woher stammt sie? An einer Fachtagung wurden jetzt erste Erkenntnisse ausgetauscht. Mit dabei: Andrea Schaer vom Archäologischen Dienst des Kantons Bern.

Andrea Schaer

Andrea Schaer

Archäologischer Dienst Kanton Bern

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Seit 2017 Ressortleiterin «Frühgeschichte und Römische Archäologie» und Mitglied der Geschäftsleitung.

SRF News: Was macht die Hand so speziell?

Andrea Schaer: Sie ist ein nie dagewesenes Fundobjekt, das uns zwingt, gewisse Fragen neu zu stellen. Es wirft auch ein neues Licht auf eine Epoche, die wir uns vielleicht ein bisschen anders vorgestellt haben.

Es gab zahlreiche Vermutungen, wozu die Hand gebraucht wurde, als Kultgegenstand etwa, oder als Prothese. Weiss man dazu inzwischen mehr?

Die Vermutung, die Hand könne als Prothese gebraucht worden sein, wurde häufig genannt. Es gibt ja aktuell auch Fernsehserien, in denen Menschen mit Goldhänden herumlaufen. Ein Einsatz im Alltag war mit diesem Objekt zwar sicher nicht möglich. Aber vielleicht wurde sie tatsächlich von jemandem, der eine Hand verloren hatte, verwendet, um sich in gewissen Situationen körperlich intakt zu präsentieren. Das lässt sich nicht nachweisen. Es kann genauso gut sein, dass die Hand auf ein Zepter aufgesteckt wurde, als Feldzeichen zum Beispiel.

Gibt der Ort, an dem die Hand gefunden wurde, Aufschluss darüber, wofür sie gedacht war?

Wir wissen, dass die Hand im Grab eines erwachsenen Mannes gefunden wurde. Das haben verschiedene Untersuchungen bewiesen. Die Hand muss dem Mann ins Grab mitgegeben worden sein, das gefundene Skelett stammt aus der gleichen Epoche wie die Bronzehand. Der Mann hatte zu Lebzeiten sicher eine enge Beziehung zu dieser Hand. Aber warum man sie ihm mit ins Grab gelegt hat, wissen wir noch nicht.

Wie ist die Hand an den Bielersee gelangt? Wurde sie dort angefertigt?

Man hat in der Archäologie häufig das Gefühl, alles Spannende, Innovative stammt aus dem Südosten, aus dem Mittelmeerraum. Das war am Anfang auch bei der Hand von Prêles nicht auszuschliessen.

Wenn die Hand im Mittelland hergestellt wurde, wirft das ein ganz neues Licht auf die Epoche.

Aber mittlerweile zeigen unsere Analysen, dass die Hand möglicherweise tatsächlich im Schweizer Mittelland hergestellt wurde. Das ist schon sehr spannend. Wenn so ein Objekt in Griechenland auftaucht, überrascht das kaum. Wenn die Hand aber tatsächlich im Mittelland hergestellt wurde, wirft das ein ganz neues Licht auf diese Zeit vor 3500 Jahren.

Das Gespräch führte Alice Henkes.

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