Neuer Entsorgungshof in Bern West kommt gut an

An der Fellerstrasse hat der erste von zwei neuen Entsorgungshöfen der Stadt Bern seinen Betrieb aufgenommen. Er soll vereinfachte Abläufe und transparentere Preise bringen. Erste Erfahrungen sind überwiegend positiv - bei Mitarbeitern und Kunden.

Wer in Berns Westen Sperrgut oder Sonderabfälle zu entsorgen hat, fährt zur Fellerstrasse. Hier ist einer der grossen Entsorgungshöfe der Stadt Bern. Bis vor anderthalb Jahren verlief die Abfallentsorgung hier ziemlich chaotisch. Unklare Abläufe, ein Durcheinander von Autos, Fussgängern und Abfallcontainern. Und am Ende bezahlte man einen Preis, der - so der Eindruck bei vielen Kundinnen und Kunden - von der Lust und Laune der Angestellten abhing.

Nach längerer Umbauzeit hat nun der Entsorgungshof Fellerstrasse Anfang Monat seinen Betrieb komplett umgestaltet. Mit neinem neuen Konzept. Wie in einem Parkhaus fassen die Kunden am Eingang eine elektronische Karte. Danach fahren sie mit dem Auto auf eine grosse Rampe, auf der sie ihr Sperrgut wägen, auf der Karte registrieren und in klar angeschriebene Container werfen können. Beim Ausgang steckt man die elektronische Karte in einen Automaten und bezahlt mit Karte oder in bar.

Rote, blaue und gelbe Karte

Karten gibt es in drei Farben. Für Stadtberner gibts eine rote Karte. Für Stadtberner, die ihren Abfall zu Fuss entsorgen, eine blaue. Auswärtige und Gewerbetreibende bekommen eine gelbe Karte. Die Tarife für Auswärtige und Gewerbetreibende sind höher als jene für Stadtberner. Altglas, Papier, Kunststoffflaschen oder PET können wie bisher gratis entsorgt werden.

«Das neue System ist viel besser als das alte», sagt ein in Bern West wohnhafter Kunde. Besonders lobt er die klare Verkehrsführung und das transparente Tarifsystem. Bei den meisten Kunden tönt es ähnlich. Einige räumen aber ein, dass sie sich beim ersten Besuch den Umgang mit der elektronischen Karte hatten erklären lassen müssen.

Keine Diskussionen mit Kunden mehr

«Wir sind mitten in der Anlaufphase», sagt Christian Jordi, Leiter Entsorgungshöfe der Stadt Bern, gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF. Da gebe es ab und zu schon noch etwas zu erklären. Er habe für die Anfangswochen auch zwei Studierende angestellt, die die Leute einweisen und einspringen könnten, wenn es Fragen gebe.

Persönlich ist Jordi begeistert vom neuen System: «Wir können viel effizienter arbeiten.» Das gehe so weit, dass man weniger Fahrten in die Kehrichtverbrennungsanlage habe. Die Angestellten loben vor allem die klare Gewichtserfassung und die transparente Tarifstruktur. Früher habe man immer Diskussionen mit den Kunden gehabt, jetzt sei alles klar.

Zweiter moderner Entsorgungshof auf dem Schermenareal

Der Hof an der Fellerstrasse ist der erste moderne Entsorgungshof der Stadt Bern. Ein zweiter soll Ende 2015 im Schwermenareal im Nordosten der Stadt eröffnet werden. Die kleineren Höfe beim Egelsee, Jubiläumsplatz und Forsthaus werden danach aufgehoben.