Newsroom Bern: Von neuen Internet-Welten und Bodenhaftung

Newsroom Communication Bern ist wohl ein Kind einer neuen, völlig digitalisierten Welt. Die junge Truppe verknüpft die Realität mit allen Mitteln der multimedialen Technik und der sozialen Netzwerke und macht sie so jederzeit und überall verfügbar. Eine Riesenchance, sagen die Gründer.

Die Newsroom-Gründer (vlnr) Benjamin Blaser, Brian Ruchti, Simon Klopfenstein (vorne). Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Newsroom-Gründer (vlnr) Benjamin Blaser, Brian Ruchti, Simon Klopfenstein (vorne). Christian Strübin/SRF

Eigentlich hat es mit dem Stadion-Radio der Berner Young Boys angefangen. Simon Klopfenstein und Brian Ruchti hatten viel Gelegenheit, sich mit ihrem «Radio Gelb-Schwarz» auszutoben. Parteiisch, aber fair, das ist jeweils die unbekümmerte Affiche.

Aber dann fingen sie an, ein Software-Programm zu entwickeln, mit dem alle Möglichkeiten der digitalen Technik und der sozialen Netzwerke auf einfache Weise verknüpft werden können. Film, Bild, Text, Interaktivität, Inhalte, Botschaften. Eine virtuelle Wirklichkeit ohne jede örtliche und zeitliche Grenze tut sich da auf. Diese Software war der Grundstein einer Geschäftsidee.

Es funktioniert offensichtlich, Firmen, Veranstaltern von Sportanlässen oder Foren, Verbänden oder grossen Messen den Vorteil eines permanent aktualisierten, multimedial aufbereiteten und inhaltlich begleiteten Internet-Auftritts plausibel zu machen. So vor kurzem am Spirit of Bern-Gipfel oder an der Berufsmeisterschaft Swiss Skills.

Rasantes Wachstum ohne Grenzen

Seit Anfang 2015 ist daraus das Berner Unternehmen Newsroom Communication entstanden. Zu Brian Ruchti und Simon Klopfenstein stiess Benjamin Blaser, einer der drei Gründer. Alle kommen sie aus der Ecke zwischen Neuenegg und Laupen und sind noch keine 30 Jahre alt. 13 Monate später ist die Firma aus einer Abstellkammer im Breitenrain-Quartier in eine Büro-Etage im noblen Stadtteil Brunnadern umgezogen und beschäftigt zehn Leute - dazu 20 bis 30 freischaffende Kollegen.

Dass Newsroom bereits an einem Ableger in Deutschland arbeitet und die Fühler nach Hongkong ausstreckt, weil sie einen Newsroom an der chinesischen Bildungsmesse eingerichtet hatten, passt zum ungestümen Wachstum und zum unverkrampften Umgang seiner Gründer damit. Wer sagt, sie seien eigentlich unverfrorene Kerle, erntet schallendes Gelächter. «Es ist eine Riesenchance», sagen Klopfenstein, Ruchti und Blaser unisono. Interessant dabei: Niemand im Team ist Informatiker, sondern alle kommen aus der Wirtschafts- und Sozialwissenschaft oder aus der Kommunikation.

«Wir sind wohl ein Teil der Zukunft»

Sie schaffen neue Welten und vielleicht auch neue Realitäten, jederzeit und überall verfügbar. «Für uns spielen Grenzen tatsächlich keine Rolle mehr», bestätigen die Historiker Brian Ruchti und Simon Klopfenstein. Sie verstehen sich durchaus als Vertreter einer neuen Welt, deren Gesellschaft und deren Wirtschaft sich entlang der Digitalisierung verändert.

Aber ihre Herkunft lässt sie auch über die Gefahren einer solchen Welt nachdenken, in der das Individuum irgendwo an einem Bildschirm vereinsamen kann und in der sich viele Leute zuerst zurechtfinden müssen. Das sei ihnen definitiv sehr bewusst, sagt das Trio. «Ich glaube aber, wir können beweisen, dass wir die alte und die neue Welt unter einen Hut bringen, es ist gar nicht so schwer», fügt Wirtschaftswissenschafter Benjamin Blaser bei. «Wir wollen ja, dass die Leute und die Veranstaltungsteilnehmer miteinander reden und sich austauschen. Unsere Arbeit am Web-Auftritt soll genau das ermöglichen.»

Ist Newsroom-Communications jetzt eine Truppe von Computerfreaks, Kommunikatoren, Marketingmenschen, die alles machen, was der Kunde will oder was? «Wir sind alles miteinander», lacht Brian Ruchti. Und Simon Klopfenstein fügt an: «Vor 50 Jahren wären wir wohl Journalisten geworden...»