Nez Rouge und Retour Bern buhlen um Partygänger

Nach einem Streit bei Nez Rouge fahren am diesjährigen Silvester im Raum Bern gleich zwei Freiwilligenfahrdienste angeheiterte Automobilisten nach Hause. Der eine unter dem bekannten Namen Nez Rouge Bern, der andere unter dem neuen Namen Retour Bern.

Ein Auto hat eben jemanden nach Hause gebracht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der Region Bern konkurrenzieren sich die Fahrdienste Nez Rouge und Retour Bern. Keystone

Die Sektion Bern des Freiwilligenfahrdienstes Nez Rouge hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Im März wurde bekannt, dass der Präsident möglicherweise Gelder veruntreut hat - es wurde ein Verfahren gegen ihn eröffnet. Daraufhin gründeten die Mitglieder der Sektion im Mai eine eigene Organisation, Retour Bern, weil sie sich von der nationalen Dachorganisation Nez Rouge Schweiz im Stich gelassen fühlten. Nez Rouge gündete wiederum im November eine neue Berner Sektion.

Für die Benutzer kostenlos

So buhlen nun während der diesjährigen Festtage zwei Organisationen um alkoholisierte Automobilisten. Kann sich jemand wegen Alkoholkonsums nicht mehr hinters Steuer setzen, kann er freiwillige Fahrer von Nez Rouge oder Retour Bern bestellen und sich samt eigenem Auto nach Hause chauffieren lassen. Der Fahrdienst wir über Spenden finanziert und ist daher für die Benutzer kostenlos.

Beide Fahrdienste fühlen sich gut gerüstet für die Silvesternacht. «Bei uns sind nur wenige Freiwillige abgesprungen», sagt Markus Castioni, Vizepräsident von Retour Bern gegenüber dem Regionaljournal Bern Freiburg Wallis von Radio SRF. «Wir haben die Freiwilligen komplett neu gesucht und das Resultat gibt uns recht», sagt Werner Schmidiger. So haben beide Organisationen heute rund hundert Freiwillige auf ihren Adresslisten.

Vorerst keine Annäherung

Ob auf dem Platz Bern zwei Organisationen dieser Art Platz haben, wird sich weisen. Der Markt werde das regeln, glaubt Werner Schmidiger. Man sei aber offen für Gespräche mit der Konkurrenz. An ein erneutes Zusammengehen glaubt Markus Castioni vorerst nicht: «Da müssten wir mit der nationalen Dachorganisation von Nez Rouge zuerst eine Auslegeordnung der Probleme machen.»