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BKW-Chefin Suzanne Thoma: «Stilllegung kommt planmässig voran.»
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Noch drei Monate AKW Mühleberg: Countdown zur Abschaltung läuft

Die Arbeiten für die Stilllegung des AKW Mühleberg kommen voran. Am 20. Dezember geht es vom Netz.

Das Atomkraftwerk Mühleberg wird nach 47 Betriebsjahren am 20. Dezember um 12.30 Uhr abgeschaltet.

Bereits im November wird die Leistung abnehmen, weil der letzte, im Sommer 2018 beladene Brennstoff langsam aufgebraucht ist. Am Abend des 19. Dezember werden dann die letzten Vorbereitungen für das reibungslose Herunterfahren der Anlage getroffen, wie AKW-Leiter Martin Saxer vor den Medien in Bern erklärte.

Rückbau beginnt wenige Tage nach der Stilllegung

Am Morgen des 20. Dezember wird die Leistung nach und nach reduziert. Um 12.30 Uhr ist es dann soweit: Im Kommandoraum werden manuell zwei Knöpfe gedrückt, um das AKW für immer abzuschalten. Danach wird der Druck im Reaktor abgebaut. Innerhalb von sieben Stunden fällt die Reaktor-Wassertemperatur von 280 auf unter 100 Grad Celsius. Bis am 22. Dezember soll das Herunterfahren abgeschlossen sein. Unmittelbar nach den Feiertagen, am 6. Januar 2020, sollen die Rückbauarbeiten beginnen.

Kosten von über zwei Milliarden

«Es war immer ein grosses Anliegen, dass wir nach dem Abstellen nahtlos weitermachen können», sagte BKW-Chefin Suzanne Thoma. Denn was die Kosten mancherorts im Ausland in die Höhe getrieben habe, sei die zeitliche Lücke zwischen Abschaltung und Beginn des Rückbaus. Die Lücke müsse möglichst kurz sein, wenn man die Kosten im Griff behalten wolle. Diese belaufe sich auf 927 Millionen Franken und die Entsorgung schlägt mit 1,4 Milliarden Franken zu Buche.

Abschaltung ist historischer Schritt für die Schweiz

Mühleberg ist das erste Schweizer AKW, das seinen Betrieb einstellt. Die BKW leiste Pionierarbeit, wie Thoma betonte. Für den Energiekonzern sei die Stilllegung das grösste Projekt seit dem Bau des Werks vor rund 50 Jahren. Für Suzanne Thoma ist diese Vorstellung ein spezielles Gefühl: «Es ist Wehmut dabei, das Kernkraftwerk hat über viele Jahre zuverlässig Strom produziert und zugleich lassen wir etwas hinter uns und entwickeln das Unternehmen weiter.»

Und stilllegen ist mehr als abschalten: Durchschnittlich 200 eigene Leute und je nach Phase bis zu 80 zusätzliche Arbeitskräfte werden bis 2030 mit dem Rückbau beschäftigt sein. Erst im Jahr 2034 wird das Areal in Mühleberg wieder landwirtschaftlich oder industriell genutzt werden können.

Die Sicherheit der Bevölkerung ist gewährt.
Autor: Suzanne ThomaBKW-Chefin

Die Region werde von den Stilllegungsarbeiten nichts mitbekommen, sagt BKW-Chefin Suzanne Thoma. «Der Rückbau läuft von Innen nach Aussen.» Die Sicherheit für die Bevölkerung sei stets gewährt. Kein Teil werde Mühleberg verlassen, welches nicht auf Radioaktivität gemessen werde.

Keine Versorgungslücke durch Abschaltung

Mit der Abschaltung von Mühleberg reduziert sich die Stromproduktion der BKW um einen Viertel. Eine Versorgungslücke entstehe aber nicht, versichert die BKW. Dank ihres Produktionsparks im In- und Ausland, dem Handelsgeschäft und ihrer europaweiten Vernetzung werde sie ihre Kunden weiterhin zuverlässig mit Strom beliefern.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Stellen sich die militanten Gegner und links/grünen Politiker(innen) gegen die sauberste und effizienteste Energie-Produktion (AKW's), auch einmal die Frage, woher denn für die bald 10'000'000 Menschen in der Schweiz künftig die elektrische Energie für immer mehr E-Autos, E-Bikes, elektrische Heizungen und der rasant zunehmende Bahnverkehr, nach dem Abschalten aller KKW's kommen soll? Wohl kaum aus einigen "Windräder"
    auf den Jurahöhen, sondern durch innovative Forschung und Entwicklung!
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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Die Ziele der BKW für diesen Rückbau sind gut, aber man sollte die Augen nicht vor den Risiken zu Mehrkosten verschliessen. Daneben vermisse ich die Initiative der BKW zu besseren Bedingungen für Dezentrale Stromproduzenten. Die BKW scheint lieber die Energie für Ihre Kunden von der Nordsee durch ganz Deutschland leiten zu wollen, statt diese sozusagen vor der Haustür von den Dächern anzunehmen, direkt im Gebiet der Abnehmer.
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