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Besetztes Haus in Bern Polizei nimmt 19 Hausbesetzer mit auf den Posten

Die Polizei hat alle Besetzer aus dem Haus an der Berner Effingerstrasse abgeführt und zur Einvernahme mitgenommen. Der Polizeieinsatz ist beendet. Zurück bleiben verletzte Polizisten und Bilder einer langen Strassenschlacht.

Legende: Video Massive Krawalle bei Hausräumung abspielen. Laufzeit 2:34 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 22.02.2017.

Die Liegenschaft an der Effingerstrasse ist geräumt und die Trams und der Verkehr rollen wieder wie gewohnt. Das Gebäude sieht von aussen wieder weitgehend normal aus.

Die Besetzer wurden zur Einvernahme in Polizeiräumlichkeiten gebracht, wie Christoph Gnägi, Sprecher der Berner Kantonspolizei auf Anfrage sagte. 19 Personen seien abgeführt worden.

Wie die Kantonspolizei Bern schreibt, musste aus Sicherheitsgründen, weil durch Feuerwerk und Wurfgegenstände auch Drittpersonen gefährdet waren, die Effingerstrasse gesperrt werden.

Polizisten erlitten Hörtrauma

Die Polizei habe teilweise massiv verbarrikadierte Räumlichkeiten vorgefunden. Eine Person sei an der Hand verletzt worden. Fünf Polizisten mussten sich ärztlich untersuchen lassen. In zwei Fällen besteht der Verdacht auf ein Hörtrauma.

Was am Mittwoch geschah:

  • Die Polizei rückte am frühen Mittwochmorgen an der Effingerstrasse in Bern an.
  • Die Hausbesetzer wehrten sich mit Feuerwerk gegen die Räumung. Sie warfen die unterschiedlichsten Gegenstände in Richtung der Einsatzkräfte, diese antwortete mit Gummischrot.
  • Beim besetzten Haus handelte es sich um einen Wohnblock. Dieser gehört dem Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL).
  • Der Tramverkehr in den Westen der Stadt Bern war über Stunden unterbrochen.
  • Auf der Effingerstrasse versammelten sich spontan Menschen, die sich mit den Hausbesetzern sympathisierten. Sie hielten Transparente in die Höhe, die auf die Wohnungsnot in der Stadt Bern aufmerksam machten.
  • Die Kantonspolizei fuhr mit einem Wasserwerfer vor. Zwischen einzelnen Kundgebungsteilnehmern und der Polizei kam es zu kleineren Scharmützeln.

Am Mittwochmorgen hat sich auch der Bund zur Hausbesetzung geäussert. Das Bundesamt für Bauten und Logistik nimmt nur schriftlich Stellung:

Die Kantonspolizei Bern habe die Räumung aufgrund eines gerichtlichen Erlasses vollzogen. Die illegale Besetzung habe für den Bund Schaden zur Folge. Unmittelbar nach der Räumung soll mit den geplanten Sanierungsarbeiten begonnen werden. Die Wohnungen sollen der Bundesverwaltung zur Verfügung gestellt werden.

Besetzer wollten Liegenschaft nicht räumen

Das BBL schreibt weiter: Der Bund habe unmittelbar nach Beginn der illegalen Besetzung das Gespräch mit den Hausbesetzern gesucht, um innert nützlicher Frist wieder über die Liegenschaft verfügen zu können. Die Hausbesetzer hätten jedoch keine Lösung in Aussicht gestellt und die gesetzeswidrige Besetzung fortgeführt.

Der durch die Hausbesetzung erlittene Sachschaden könne erst nach der Räumung aufgenommen und beziffert werden.

Hausbesetzer auch in Länggasse

Auch der Kanton müht sich mit Hausbesetzern ab. Betroffen ist die Alte Schreinerei auf dem vonRoll-Areal im Berner Länggassquartier. Diese ist seit Sonntag besetzt. Die Alte Schreinerei sei in einem schlechten Zustand und könne nicht zwischengenutzt werden, schreibt der Kanton. Bis am Donnerstag haben die Besetzer Zeit, die Liegenschaft zu räumen.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Gemäss Art. 285 des StGb kann Widerstand gegen die Staatsgewalt mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden. Bin mal gespannt, ob die Richter in Bern dieselbe eierlose Schiene fahren wie bei uns in Basel, wo solche linken, arbeitsscheuen Chaoten von der verweichlichten Regierung lieber zu Tee und Gebäck eingeladen werden, anstatt sie die ganze Härte des Gesetzes spüren zu lassen.
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  • Kommentar von Peter Laubscher (Radiofan)
    Ganz einfach, ganz schlimm. Es kann ja nur so sein, wenn die Medien (man schaue den Bericht in Schweiz Aktuell an). die Menschenverachtenden Linksautonome derart alleinige Plattform bietet. Zum Grauen ist es, wenn sich eine sogenannte Mutter brüstet, dass ihr Sohn zu den Kriminellen zählt.
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    1. Antwort von M. Keller (MK)
      Und noch schlimmer ist es, wenn eine etwa 14-jährige auf der Strasse einen Polizisten 'anschreit'. Da fehlt es doch an allem.
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  • Kommentar von daniel luder (daniel2seeluft)
    Ohne die Hausbesetzerszene gäbe es noch viel mehr leer stehende Schrottgebäude und es würde noch mehr Grünland verbaut. Die Hausbesetzer sind ein gutes Druckmittel solche Ruinen endlich abzureissen um neuen Lebensraum zu schaffen.
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    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      Sehr eigentümliches Argumentarium. Wie wenn das Besetzen von Bauruinen Bauverfahren beschleunigen würde… das Gegenteil ist der Fall. Mit all den zusätzlichen Unannehmlichkeiten für die angrenzenden Nachbarn. Auch hier schimmert ein seltsames allgemeines Rechtsverständnis durch, welches gerade andernorts (sans papiers) von der Presse so populär angepriesen wird. Nein, Herr Luder, solcherlei Treiben auf Basis eines komplett verschrobenen Sozialverständnisses gehört abgestellt. Und zwar genau so.
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    2. Antwort von Achim Frill (Afri)
      Luder, es geht hier doch gar nicht um Sinn oder Unsinn einer HB. Es geht darum, dass diese Typen illegal ein Haus besetzen, und sich dazu noch massiv gegen die Staatsgewalt wehren. Gemäss Art. 285 des StGb kann das bis zu drei Jahre Knast bringen. Sowas kann man doch nicht einfach durchgehen lassen, oder gar als Mittel zum Zweck gutheissen. Wenn ich in der Migros beim Klauen erwischt werde, muss ich ja auch dafür büssen.
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