Polizei sucht gezielt nach Abfallsündern

Seit dieser Woche hat die Berner Gewerbepolizei eine neue Aufgabe: Sie macht gezielt Jagd auf Abfallsünder. In erster Linie gehe es nicht darum, den Leuten Bussen aufzubrummen, sondern sie für die Problematik des Litterings zu sensibilisieren, heisst es.

Zwei Polizisten büssen einen jungen Mann. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Gewerbepolizisten Franz Zwyssig und Andreas Toth auf der Suche nach Abfallsündern. SRF

Egal ob ein Kaugummi, ein Zigarettenstummel oder die Verpackung vom Mittagessen: Wer Abfall auf den Boden wirft, wird von der Polizei gebüsst – sofern die Sünder in flagranti erwischt werden.

Das war schon bisher so, nur war das nicht sehr effektiv. Darum erhält die Berner Kantonspolizei nun Unterstützung von der Gewerbepolizei. Seit dieser Woche patroullieren täglich zwei Beamte durch die Stadt Bern auf der gezielten Suche nach Abfallsündern.

40 Franken für einen Zigarettenstummel

Sehen die Gewerbepolizisten jemanden, der seine Zigarette auf den Boden wirft, halten sie die entsprechende Person an, machen sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam und büssen sie. Ein weggeworfener Zigarettenstummel oder ein Kaugummi kosten 40 Franken, liegengelassener Hundekot 80 Franken. In erster Linie gehe es nicht darum Bussen zu verteilen, sagt Marc Heeb, Leiter der Orts- und Gewerbepolizei. «Natürlich ist dies ein positiver Nebeneffekt». Aber das primäre Ziel sei, das Gespräch zu suchen und die Leute für das Littering-Problem zu sensibilisieren.

Abfallsünder auf den rechten Weg bringen

Die Stadt Bern hat dem Littering den Kampf angesagt. Während in den letzten Jahren viel für die Prävention getan wurde, indem zum Beispiel Plakate in Parkanlagen aufgestellt wurden, wird nun vermehrt auf Repression gesetzt. «Es gibt immer noch zu viele Leute, die sich nicht an die Spielregeln halten», sagt die zuständige Gemeinderätin Ursula Wyss.

Allerdings müsse man sich etwas gedulden, bis erste Ergebnisse zu sehen sind, sagt der Leiter der Orts- und Gewerbepolizei, Marc Heeb. «Ich hoffe, dass eine Änderung im Verhalten der Bevölkerung bereits in ein bis drei Jahren zu sehen ist». Bis dahin werden täglich zwei Gewerbepolizisten durch die Parks und Strassen von Bern patrouillieren und versuchen, die Abfallsünder auf den rechten Weg zu bringen.