Positive Zeichen für den Hausarztberuf

Der Hausarztberuf hat an Beliebtheit verloren, der Hausärztemangel ist längst Realität. Das könnte sich ändern: Berner Medizinstudenten haben wieder Interesse am Beruf.

Der Kanton Bern und andere Gebiete der Schweiz steuern auf einen Hausärztemangel zu. Viele Hausärzte werden in den nächsten Jahren pensioniert, der Nachwuchs aber fehlt. Die Politik gibt Gegensteuer. Bund und Kantone wollen den Beruf mit verschiedenen Massnahmen attraktiver machen. Dazu gehört das Hausarztpraktikum an der Universität Bern.

Hausarztausbildung findet Anklang

Am Anfang des Studiums müssen alle Studierenden ein Praktikum bei Hausarzt absolvieren. Die Massnahme scheint seine Wirkung nicht zu verfehlen.

Studierende äusserten sich auf Nachfrage des «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von Radio SRF positiv über den Beruf. Die meisten könnten sich vorstellen, Hausärztin oder Hausarzt zu werden.

Allerdings möchten die angehenden Mediziner nicht zu klassischen Einzelkämpfern werden, die rund um die Uhr für die Patienten da sind. Die Lösung sehen sie in Ärztezentren und Gemeinschaftspraxen.

Ein Blick ins Sprechzimmer

Solche Gemeinschaftslösungen, aber auch Einzelpraxen, werden im Dokumentarfilm «Am Plus der Hausärzte» gezeigt.

Porträt von Sylviane Gindrat. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sylviane Gindrat. SRF

Die Ärztin und Dokumentarfilmerin Sylviane Gindrat hat darin vier Hausärzte und zwei Hausärtinnen porträtiert. «Ich wollte den abwechslungsreichen Alltag der Hausärzte darstellen», so Gindrat. Sie hat ihre Progatonistinnen und Protagonisten in die Sprechzimmer begleitet. Der Film bringt einem zum Schmunzeln und zum Nachdenken. Damit hat die Filmerin ihr Ziel erreicht: Sie wollte die menschliche Seite der Ärztinnen und Patienten zeigen.