Zum Inhalt springen

Header

Audio
Die Gründe, weshalb die Migros ihr Projekt zurückzieht
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 28.10.2019.
abspielen. Laufzeit 3 Minuten 12 Sekunden.
Inhalt

Projekt vom Tisch Die Migros baut doch keine Mega-Gewächshäuser im Wallis

In Collombey-Muraz im Unterwallis will die Migros nun doch keine Gewächshäuser bauen. Weshalb krebst sie zurück?

Im Jahr 2014 gab die Migros bekannt, dass sie in der Walliser Gemeinde Collombey-Muraz den Bau eines mit Fernwärme geheizten Gewächshauses plant. 120 Vollzeitstellen hätten so geschafften werden sollen. Auf einer Fläche von 28 Fussballfeldern sollten Peperoni und anderes Gemüse CO2-neutral angebaut werden, anstatt dieses aus dem Ausland zu importieren.

Es hätte ein Mega-Projekt werden sollen: Die Migros wollte damit zeigen, dass sie laut eigenen Angaben «die nachhaltigste Detailhändlerin ist». Das Bewilligungsverfahren wurde im selben Jahr eingeleitet. Doch es gab Widerstand gegen das Projekt «Pimiento».

Die Migros baut nicht

In Collombey-Muraz im Unterwallis wachsen auch künftig keine Peperoni. Der Grossverteiler bestätigt am Montag gegenüber Radio SRF, dass das Projekt vom Tisch ist.

So hätte das Gewächshaus auf dem Talgrund ausgesehen.
Legende: So hätte der Talgrund nach dem Bau der Gewächshäuser ausgesehen. ZVG

Schon als das Projekt vorgestellt wurde, wurde erste Kritik laut. In der betroffenen Gemeinde gaben vor allem die Ästhetik und der Platzanspruch der Gewächshäuser zu reden.

Der Verband der Schweizer Gemüseproduzenten störte sich in erster Linie daran, dass die Migros nicht nur Peperoni produzieren wollte, sondern auch Tomaten und Gurken – Gemüse, das schon häufig in der Schweiz angepflanzt werde. Diese Kritik von allen Seiten bringt das Projekt nun zu Fall.

Wir haben uns entschieden, jetzt aufzuhören, wo es noch Sinn macht.
Autor: Tristan CerfMediensprecher Migros

Einen konkreten Schuldigen gäbe es nicht. Migros-Mediensprecher Tristan Cerf sagt, man habe das Projekt in seiner Gesamtheit neu beurteilt und sei nun zum Schluss gekommen, dass es nicht erwünscht sei – weder von der Bevölkerung, noch von den Organisationen. Einen anderen Standort zieht die Migros nicht in Betracht.

Eine verpasste Chance?

Der Gemeindepräsident von Collambay-Murraz, Yannick Buttet, ist enttäuscht. Trotz einigen Kritikpunkten am Projekt, wären die Gewächshäuser aus seiner Sicher ein Schritt in die Zukunft der Landwirtschaft gewesen. Für seine Gemeinde sei es durchaus eine verpasste Chance – auch wegen den Arbeitsplätzen, die nun nicht geschaffen werden.

Anderer Meinung ist der Verband der Schweizer Gemüseproduzenten. Der stellvertretende Direktor Markus Waber ist froh, dass das Projekt nun gestoppt wird. Die Migros solle nicht selber solche Gewächshäuser erstellen, sondern Produzenten unterstützen, die Gemüse wie Peperoni anbauen.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Susanne Saam  (Biennoise)
    Was mich freut, obwohl das Projekt nicht realisiert wird: offensichtlich ist bei Migros angekommen, das die KonsumentInnen lieber einheimisches Gemüse essen. Übrigens: wir haben im Seeland Gemüsebauern, die Peperoni anbauen und auf den lokalen Märkten anbieten.
  • Kommentar von Michel Koller  (Mica)
    Die Gemüseproduzenten wollen keine zusätzliche Konkurrenz aber sind auch nicht bereit oder in der Lage solche Projekte selbst zu realisieren.
  • Kommentar von Peter Singer  (P.S.)
    Cool, eine tolle Chance für den Umweltschutz. Aber natürlich sind die Grünen dagegen weil es nicht schön aussieht.
    1. Antwort von Florian Marty  (Florianmarty)
      Da stimme ich zu, gute Chance für den Umweltschutz, können Sie mir jedoch zeigen, wo steht, dass die Grünen dagegen sind?
    2. Antwort von David Gerke  (David Gerke)
      Dagegen waren offensichtlich nicht "die Grünen", sondern Anwohner und einheimische Gemüsebauern. Aber diese taugen offenbar nicht als Feindbild, so dass man halt einen anderen Schuldigen sucht und den der Einfachheit halber gleich beim politischen Gegner findet.
    3. Antwort von Peter Singer  (P.S.)
      @Florian Marty: Grüne (Wegen Landschaftsschutz) und SVP (wegen Konkurrenz zu Bauern) waren dagegen. Besonders die Grünen haben Druck gemacht. Laut 24heures.ch freut sich die lokale Präsidentin der Grünen, Carole Morisod riesig darüber, dass man die Migros in die Knie gezwungen hat.
    4. Antwort von Daniel Wacek  (TexBomb)
      @Peter Singer: danke für den erklärenden Nachsatz. In Ihrem ersten Kommentar haben Sie die SVP nicht erwähnt. Besser wäre gewesen: "... natürlich sind die Extremparteien dagegen..."
    5. Antwort von Peter Singer  (P.S.)
      @Gerke: Anwohner und Gemüsebauern taugen sehr gut als Feindbild. Aber hier waren es tatsächlich die Grünen. Wäre vielleicht noch ein erwähnenswertes Detail für den Artikel.