Drogenszene in Interlaken Randständige müssen das Zentrum verlassen

Sie war einer der Lieblingsplätze von Interlakens Randständigenszene: Die Pergola an der Schifflände in Interlaken West.

Seit rund fünf Jahren haben sich hier Interlakens Randständige aufgehalten. Die Szene wurde aber immer grösser: Der «harte Kern» besteht mittlerweile aus rund 25 bis 30 Personen, die alle zwischen 35 und 50 Jahre alt sind.

Weil die BLS als Grundbesitzerin vermehrt negative Rückmeldungen von Passanten und Touristen erhalten hat, suchte sie das Gespräch mit der Gemeinde Interlaken. Gemeinsam wurde beschlossen, die Szene aufzulösen.

Die Randständigen haben sich daraufhin an die Kanalpromenade oberhalb der Schifflände zurückgezogen. Doch dort sei es vermehrt zu Zwischenfällen gekommen, sagt der zuständige Vizegemeindepräsident und Sozialvorsteher Hans-Rudolf Burkhard. «Es wurden Leute angepöbelt, einigen wurde der Weg versperrt und teilweise wurden auch Flaschen geworfen.» Deshalb hat der Gemeinderat beschlossen, durchzugreifen. Seit letzter Woche ist der Aufenthaltsort der Randständigen nun mit Gittern abgesperrt.

Auch die beliebte Sitzbank wurde demontiert.

Den Randständigen wurde ein neuer Aufenthaltsort in Interlaken Ost zugewiesen – am Aareufer unter der Autobahnbrücke. Der neue Platz sei «in Ordnung und sogar besser, als jener an der Lände», sagt ein Mann, der sich Tom nennt.

Ob die Randständigen indes definitiv dort bleiben können, ist nicht klar. Gemäss See- und Flussufergesetz darf die Gemeinde an diesem Ort keine fixen Bauten installieren. «Möglich wären mobile Bauten wie beispielsweise ein Wohnwagen», sagt der zuständige Regierungsstatthalter Martin Künzi.

Die Gemeinde sucht deshalb nun nach einer längerfristigen Lösung – auch in Zusammenarbeit mit Contact, der Stiftung für Suchthilfe. Gassenarbeiter Martin Blunschi und Gemeinderat Hans-Rudolf Burkhard tauschen sich deshalb regelmässig aus.